Tag-Archiv für 'umstrukturierung'

Bücherspende nur eine Zeitungsente?

Im Ringen um die Bibliotheksreform an der FU kommen wieder mal absurde Kapriolen ans Licht: in einer Sitzung der Kommission für Forschung und Lehre dementierte Vizepräsidentin Keitel-Kreidt die Pläne, dass aussortierte Bücher aus dem Fachbereich Politik und Sozialwissenschaften als Bücherspende nach Litauen verschifft werden sollen. Die dementsprechende Pressemeldung sei irgendwie nicht abgesprochen gewesen, der Transport zu teuer und das Wegwerfen der Bücher ist anscheinend billiger. Aus dem Sitzungsbericht eines Teilnehmers, wie er auf dem Blog der Fachschaftsinitiativen zu lesen ist:

In Bezug auf das Vorhaben, viele Bücher aus dem FB PolSoz nach Vilnius zu schaffen, herrschte relative Unklarheit: Selbst das gesamte Präsidium unterhalb von Präsident Lenzen sei damals überrascht gewesen von dieser Pressemitteilung des Präsidenten. So fern es diese Mitteilung denn tatsächlich gegeben habe.
Ein Transport dieser Bücher über diese Entfernung sei laut Keitel-Kreidt angesichts der Geldmittel der FU unrealistisch. Nicht zuletzt deshalb sei unklar, wie viele Bücher bei einer Realisierung denn überhaupt von einem solchen Transport nach Vilnius betroffen wären. Doch das Fazit lautete letztlich: Wenn die FU einen solchen Transport nicht bezahlen würde und auch Vilnius dies nicht täte (wovon ausgegangen wird), würden die Bücher wohl hier bleiben. In diesem Fall käme folgende “Lösung” zum Tragen, auf deren Zusammenhänge ich danach nun genauer eingehen werde:

1. Sie (das heißt vor Allem “überzählige” Bücher) werden verkauft. Auf Flohmärkten, Bücherbasaren o.ä.. Und/oder
2. sie werden verschenkt und/oder
3. Sie werden weg geworfen.

Es wird jedoch davon aus gegangen, daß es sich um so viele Bücher handelt, daß selbst über Verschenken und Verkaufen nicht genügend davon an den Mann oder die Frau gebracht werden könnten.
So verbleibt, voraussichtlich (ich will dies nicht zu 100 % behaupten), das Wegwerfen einer unbestimmten Zahl an Büchern.

Die Fachschaftsini Geschichte kommentiert dazu:

Seltsam, Seltsam – erst wird eine große Spende angekündigt, dann weiß die Vizepräsidentin von nichts und bezweifelt, dass es diese Ankündigung überhaupt gegeben hat. Im Internet ist sie allerdings nachzulesen, und zwar hier. Wenn mittlerweile nicht einmal mehr die Vizepräsidentinnen über die Geistesblitze und Staatsaktionen des Präsidenten informiert sind, scheinen wir an der FU wohl eine neue Ebene des Absolutismus erreicht zu haben…

Den ganzen Sitzungsbericht vom 4. März könnt ihr auf www.fachschaftsinitiativen.de.vu nachlesen.

Das Verschwinden der Bücher und des Präsidenten

Die Zeit berichtet in ihrer Online-Ausgabe am 15.01.2008 über die geplanten Umstrukturierungen im Bibliotheksbereich der Freien Universiät Berlin und die damit verbundene „Reduzierung um 300.000 Bücher“:

Auch die Studenten im Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) der FU protestieren gegen die Aktion. Sie befürchten, dass sich die Studienbedingungen weiter verschlechtern und die Studenten bald Schlange stehen müssten, um ein Standardwerk aus ihrem Fachbereich auszuleihen. Dass es bald einige hunderttausend Bücher weniger an ihrer Universität gibt, ist für sie nicht das einzige Problem. Aus ihrer Sicht zeige sich an dieser Aktion beispielhaft, dass demokratische Prinzipien für FU-Präsident Dieter Lenzen und die Universitätsleitung keine Rolle mehr spielten. In einem Flyer bezeichnen Studenten aus der „Fachschaftsinitiative Ethnologie“ das Vorhaben als „autoritären Alleingang“ der Uni-Leitung. Studenten am Otto-Suhr-Institut schrieben einen Protestbrief an die Universitätsleitung und forderten diese auf, die Entscheidung zurückzunehmen.

In diesem Zusammenhang werden auch die allgemeinen Proteste gegen den autokratischen Führungsstil des FU Präsidenten Dieter Lenzen erwähnt, hier am Beispiel des kürzlich entwendeten Lenzen Porträts:

Doch offizielle Gremien sind nicht der einzige Weg, um zu protestieren. Es geht auch schneller: Vor einigen Tagen klauten einige Studenten ein riesiges Porträt des FU-Präsidenten Lenzen aus einem Foyer. Anschließend veröffentlichten sie ein Bekennerschreiben im Internet. Ob Dieter Lenzen sich davon beeindruckt gezeigt hat, ist indes bisher nicht bekannt.

Zum Bericht in der Zeit.