Tag-Archiv für 'freie_universitaet_berlin'

Offene und demokratische Hochschulen – am OSI nicht erwünscht

Die Initiative “Für Solidarität und freie Bildung“ führt zur Zeit in Berlin ein Hochschul-Volxsbegehren zu studentischen Kernforderungen durch. Das Volxsbegehren “für offene und demokratische Hochschulen“ setzt sich für Viertelparität in universitären Gremien, für den das gebührenfreien Studium und für einen Masterstudienplatz für alle Berliner BA- AbsolventInnen ein. Das Begehren wird unter anderem von der LandesAstenKonferenz sowie dem AStA FU unterstützt.

Auf eine Anfrage im Dekannat des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften wurde es untersagt in den Räumlichkeiten des Fachbereichs Unterschriften für das Volxsbegehren zu sammeln. Als Begründung dient wörtlich:

Da das Dekanat ein Volksbegehren nicht als eine universitäre Angelegenheit ansieht, wurde Ihr Antrag auf Durchführung des Volksbegehrens in den Räumlichkeiten des Fachbereichs abgelehnt.

Der AStA FU verurteilt diese Haltung des Dekanats und unterstützt die OrganisiatorInnen des Begehrens in ihrer Einstellung, sich von solchen unsinnigen Entscheidungen nicht beeinflussen zu lassen. Natürlich wird auch in den Räumen des Fachbereiches Politik- und Sozialwissenschaften in dieser Woche begonnen, Unterschriften zu sammeln.

Protest gegen die Exzellenz-Begehung

Gestern und Heute fanden einige Proteste und Aktionen gegen die Exzellenz-Begehung an der FU statt. Mehr Informationen zu den Aktionen findet ihr in der AStA FU Pressemitteilung vom 18.06.2007: „Exzellenz Begehung gestört! FU Sicherheitsdienst droht Studierenden mit Elektroschocker“. Sowie in den Berichten auf der Homepage des Berliner Bündnis für Freie Bildung: „Proteste gegen Exzellenz gehen in die 2. Runde“ und „Schlapphüte auf Spitzeltour“

Exzellenzbegehung & FU Elite-Konzept

Am Montag (18.06) und Dienstag (19.06) findet an der FU Besichtigungstouren durch eine Exzellenz-GutachterInnen Kommission statt. Am Montag gibts ab 15:30 Uhr ein Protest-Treffpunkt am AStA. Infos gegen Elite Unis findet ihr unter anderem bei der „Initiative gegen Größenwahn“. Eine Zusammenfassung des FU-Elite Konzepts „Internationale Netzwerkuniversität“ gibts hier.

Umfrage zur Studierbarkeit an der FU Berlin

Pressemitteilung der studentischen Initiative „Studierbarkeit an der FU Berlin“

Umfrage zur Studierbarkeit an der FU Berlin startet am 04.06.2007

Am 04.06.2007 beginnt eine von Studierenden initiierte Umfrage zu Studienbedingungen an der Freien Universität Berlin. Die Studierenden sollen die Möglichkeit erhalten, sich zu Konsequenzen und Problemen der tiefgreifenden Umgestaltung der Universität im Rahmen des Bolognaprozesses zu äußern.

Die in Papierform vorliegenden 6000 Fragebögen werden an Ständen in Dahlem und Lankwitz sowie über Fachschaften und in studentischen Cafés verteilt. Zudem besteht ab Mittwoch, 06.06.2007 die Möglichkeit, die Onlineversion des Fragebogens auf der Webseite www.fub.studierbarkeit.de auszufüllen.

Der Fragebogen wurde konzipiert in Kooperation mit der studentischen Evaluationsgruppe „Studierbarkeit an der Humboldt Universität“, deren Ergebnisse unlängst veröffentlicht wurden.

Pressemitteilung des AStA FU Berlin zu den Ergebnissen der Umfrage an der Humbold-Universität.

Der Erhebungszeitraum endet mit der Vorlesungszeit am 20.07.2007, die Ergebnisse werden voraussichtlich zu Beginn des Wintersemesters 2007/2008 veröffentlicht.

Für Fragen über den aktuellen Stand der Umfrage und deren Ergebnisse senden Sie eine Email an: studierbarkeit.fub(at)gmx.de.

Zur Umfrage Studierbarkeit: http://www.fub.studierbarkeit.de

Generation Praktikum

Der Tagesspiegel berichtet in seiner heutigen Ausgabe über die Situation von PraktikantInnen, mit deren Lage sich der Petitionsausschuss des Bundestages beschäftigt hat.

Sie kommen frisch von der Uni, rein in den Betrieb, 60-Stunden-Woche, Wochenendarbeit inklusive: In der Arbeitswelt von heute ist das keine Ausnahme mehr. Doch längst nicht überall stimmen Bezahlung und Zukunftschancen. Es gibt viele junge, gut ausgebildete Absolventen, die für diese Jobs überhaupt nicht mehr bezahlt werden.

Verwiesen wird dabei auf eine Studie von Dieter Grühn und Heidemarie Hecht aus dem Arbeitsbereich Absolventenforschung der FU Berlin:

Danach absolvieren 37 Prozent der Akademiker der FU Berlin und der Universität Köln nach ihrem Abschluss ein mehrmonatiges Praktikum. Der Anteil der Absolventen an den Praktikanten sei im Vergleich zum Jahr 2000 von 25 auf 41 Prozent gestiegen. Die Hälfte der untersuchten Vollzeitpraktika war demnach unbezahlt.

Die Studie ist online bei der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft erhältlich: Generation Praktikum? Prekäre Beschäftigungsformen von Hochschulabsolventinnen und -absolventen

Diese Studie enthält neben den zitierten Aussagen auch noch weitere Ergebnisse, unter anderem über die Situation von Frauen nach dem Studienabschluss:

Frauen führen deutlich häufiger Praktika durch. Von den Absolventinnen tun dies 44 Prozent, von den Männern hingegen nur 23 Prozent. Frauen machen auch deutlich häufiger mehrere Praktika, so sind es ausschließlich Frauen, die mehr als zwei Praktika ableisten.

In Berlin stoßen die AbsolventInnen auf einen eingeschränkten Arbeitsmarkt und müssen im Vergleich zu den AbsolventInnen in Köln häufiger ein Praktikum ableisten. Dabei liegt die Entlohnung der Praktikantinnen (falls das Praktikum überhaupt bezahlt wird) deutlich unter der der Praktikanten.

Die durchschnittliche Entlohnung der bezahlten Praktika liegt bei etwa 600 € (Frauen 543 € /Männer 741 €). Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftler erhalten deutlich weniger als Wirtschafts- oder Naturwissenschaftler. Die Sicherung des Lebensunterhalts ist durch ein Praktikum also kaum zu gewährleisten.

Eine Absolventin eines geisteswissenschaftlichen Faches kann sich also in Berlin auf mehrere schlecht bezahlte Praktika nach ihrem Studium einstellen. Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern liegen dabei sogar noch unter dem europäischen Durchschnitt, wie ein kurzer Blick auf den Gender Datenreport der Bundesregierung zeigt:

Gleich, welchen Datensatz man einer Analyse der Erwerbseinkommen zu Grunde legt, das Einkommen von Frauen liegt in Deutschland bei ungefähr gleicher Arbeitszeit mindestens 20 Prozent unter dem von Männern. Damit nimmt Deutschland mit Österreich und Großbritannien unter den EU-Staaten einen der letzten Rangplätze im Hinblick auf die Angleichung der Einkommen von Frauen und Männern ein.

Dazu auch ein Artikel der Financial Times Deutschland vom 01.02.2007: Uni geschafft – die Eltern zahlen das Praktikum

Weitere Berichte über die Studie aus dem Arbeitsbereich Absolventenforschung der FU Berlin im Tagesspiegel vom 02.02.2007: Billig und willig, in der Tagesschau am 01.02.2007 und bei Telepolis am 04.02.2007: Ausbeutung statt Ausbildung