Tag-Archiv für 'fachschaftsinitiative'

Bildungsrevolutionär Lenzen?

Vor kurzem machte der jüngst wiedergewählte FU-Präsident Dieter Lenzen mit neuen Vorschlägen zur Bildungsreform von sich reden: mehr Autonomie für Schulen, mehr Fortbildungen und weniger Festanstellungen für Lehrer, Entstaatlichung des Bildungswesens insgesamt, und natürlich mehr Wettbewerb unter den Schulen. Die Süddeutsche Zeitung lobte den Maßnahmenkatalog gar als „revolutionär“ – doch was bedeutet mehr Wettbewerb nicht nur in der Uni, sondern schon in den Schulen – die FSI Geschichte wagt einen Ausblick:

„Das Ergebnis wird folgendes sein: Wettbewerb erzeugt Gewinner und Verlierer, die jetzt schon vorhandenen krassen Unterschiede zwischen behüteten Elite-Gymnasien und schlecht ausgestatteten Innenstadt-Hauptschulen werden größer werden. Mit dem „transparenten Informationssystem“ in Form eines Schul-Rankings, das Lenzen ebenfalls fordert, wird nochmal zusätzliche Panikmache erzeugt und die realen Qualitätsunterschiede werden maßlos übertrieben. Bildungsbewusste Mittelschichts-Eltern werden dann ihre Kindern in den Top-Ten Schulen der jeweiligen Stadt sammeln, der Rest bleibt hängen.“

Also doch eher eine Konterrevolution im Schulwesen…

Den ganzen Kommentar findet ihr hier:

http://fsigeschichte.blogsport.de/2007/03/10/dieter-lenzen-als-bildugnsrevolutionar/

Studierende verhindern Streichung von Lehrauftrag für Morus Markard

Nachdem Studierende der FSI Psychologie an der FU vergangene Woche kurzfristig von der – aufgrund der Unwetterwarnung abgesagten – Tagung der Lehrplankommission erfuhren, auf der wahrscheinlich der Lehrauftrag des Kritischen Psychologen Morus Markard abgeschafft werden sollte, brachten sie ihren Widerstand schnell und empört ins Rollen. Es wurden eine Pressemitteilung über den AStA FU rausgegeben, Flugblätter verteilt, Unterschriften gesammelt und sich inhaltlich intensiv auf die um eine Woche verschobene Kommissionssitzung vorbereitet. Argumente für den Erhalt des Lehrauftrags von M.M. und die Formulierung der studentischen Interessen an Kritischer Psychologie wurden rege auf einem E-Mailverteiler diskutiert.

Zu der Sitzung am 25.01.2007 erschienen dank der erfolgreichen Mobilisierung rund 200 Studierende, so dass die Kommission ihren Raum wechseln musste. Ein studentischer Vertreter legte den anwesenden Kommissionsmitgliedern über 1000 Unterschriften vor und verlas eine Erklärung, die die geplante Streichung als eine Zumutung für das Psychologie-Studium an der FU skandalisierte. Der Wegfall des bedrohten Lehrauftrags erschwert nicht nur einen ordentlichen Studiuumsabschluss für die Diplomstudierenden gemäß des von ihnen gewählten Schwerpunkts Kritische Psychologie und verhindert die in Markards Projekt betriebene kritische Reflexion psychologischer Berufspraxis, die die Studierenden in ihren Praktika erfahren, sondern bedeutet auch die allgemeine Eliminierung Kritischer Lehre in der Hochschullandschaft. Nach einer knapp einstündigen Diskussion mit der Kommission, mussten die Studierenden bis auf den als Kommissionsmitglied gewählten studentischen Vertreter, den Raum verlassen, da die Personalentscheidungen dem Datenschutz unterliegen. Kurze Zeit später wurde das Ergebnis bekannt gegeben: Morus Markard behält seinen Lehrauftrag. Auch wenn sich viele Studierende freuten und aufatmeten, so kann hier doch lediglich von einem Teilerfolg gesprochen werden. Anstatt von Markards Lehrauftrag wurde an anderen Stellen gestrichen. Deswegen gab es unter den Studierenden danach die Diskussion über längerfristige Alternativen zum Abbau von Lehre und Studierendenzahlen, der durch die Einführung des Bachelors bedingt ist. Angedacht wurde die Wiedereinführung autonomer Tutorien, die es schon mal am Fachbereich gab.

Homepagebericht beim Berliner Bündnis für Freie Bildung – gegen Studiengebühren | Artikel im Neuen Deutschland

Rettet Morus! Gegen die Abwicklung der kritischen Psychologie

Der Dekan des Institus für Psychologie plant die Lehraufträge für das nächste Semester zu streichen. Würde die Zahl der vergebenen Lehraufträge zukünftig gleich bleiben, müsste die FU mehr als 90 Studierende für den Bachelor Psychologie zulassen. Sie argumentieren mit dem Sachzwang, dass mit mehr als 90 Bachelor-ErstsemesterInnen die Durchführung des noch laufenden Diplomstudiengangs nicht zu bewältigen ist. Dies ist im Zuge der neoliberalen Umstrukturierung der Hochschulen als eine bewusste politische Entscheidung zu werten. Betroffen von diesem Vorhaben ist unter anderem die Weiterführung des Lehrauftrags von Morus Markard. Kritische Inhalte in Sozialpsychologie würden damit wegfallen.

Die FSI Psychologie ruft dazu auf, am 25.01. zur geplanten Lehrplan-Kommissions Sitzung zu kommen und gegen den möglichen Beschluss zu protestieren. Treffpunkt 13.30 Uhr vor der Ewi.-Bibiothek in der Rost- und Silberlaube (Habelschwerdter Allee 45, U-Dahlem Dorf). Darüberhinaus gibt es auch eine Unterschriften-Kampagne. Bitte helft mit und sammelt an euren Instituten & Hochschulen Unterschrifften. Volle Listen bitte im AStA FU abgeben oder per Post an (AStA FU, Rettet Morus, Otto-von Simsonstr. 23, 14195 Berlin).
>Unterschriftenlisten zum selber ausdrucken<