Tag-Archiv für 'exzellenzinitiative'

Zeit Forum Wissenschaft am 21. November

Lehre gut – alles gut: Brauchen wir eine Exzellenzinitiative für die universitäre Lehre?

Mittwoch, 21. November 2007 um 18.30 Uhr in der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Markgrafenstraße 38, Berlin-Mitte

Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung beim Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck in Berlin notwendig: Franco Bonistalli, E-Mail zeit-forum@vf-holtzbrinck.de oder Telefon 030 / 27 87 18 17.

Aus dem Ankündigungstext:

Während mit der Exzellenzinitiative der Bundesregierung die Qualität der Forschung an deutschen Universitäten in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion gerückt ist, spielen Leistungen in der universitären Lehre eher eine untergeordnete Rolle. Fast zwei Milliarden Euro in der Exzellenzinitiative kommen nur Forschungsprojekten zugute. Jetzt wird der Ruf nach einer großzügig finanzierten Exzellenzinitiative in der Lehre lauter. Denn wer in der Wissenschaft Weltspitze sein will, der muss auch in die Ausbildung und damit in die Zukunft kommender Studentengenerationen investieren.

Wie aber kann der Wettbewerb in der Lehre eine ähnliche Wirkung wie die Exzellenzinitiative für die Forschung entfalten? Was ist das überhaupt, gute Lehre? Wer definiert die Kriterien für Qualität? In welche Bereiche sollen die Gelder fließen? Welche Gefahren entstehen bei der Konzentration auf wenige bedeutende Universitäten? Was geschieht mit den nicht förderungswürdigen Universitäten? Wird mit der Exzellenzinitiative in der Lehre eine neue Debatte über die Elitenförderung aufgestoßen?

Diesen Fragen widmen sich namhafte Experten aus der Wissenschaft, dem Hochschulwesen und der Politik beim 27. ZEIT FORUM der Wissenschaft in Berlin.

Es diskutieren:

Prof. Peter Gaehtgens, Mitglied im Board der European University Association und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Inga Nüthen, Fachschaftsreferentin beim ASTA der Freien Universität Berlin

Prof. Marion Schick, Präsidentin der FH-München

Prof. Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrats

Prof. E. Jürgen Zöllner, Senator für Wissenschaft, Bildung und Forschung in Berlin und Präsident der Kultusministerkonferenz

Vollversammlung & Protestkino am Mi, 31.01.2007

Das Ende ist nah … des gebührenfreien Studiums! Die Landesregierungen zahlreicher Bundesländer haben die Einführung von Studiengebühren bereits beschlossen. Das verschärft die soziale Ungleichheit an den Unis und macht das Studieren für viele unmöglich – die Studienbedingungen verbessert es nicht.

Kommt daher zur studentischen Vollversammlung. Diese wird am Mittwoch, den 31.01. um 16 Uhr in der Silberlaube, Raum KL 32/123 stattfinden.

Themen werden sein:

    Studiengebühren/Studienkonten in Berlin

    Zugang zum Masterstudium

    Exzellenzinitiative

    “Unfreies Studieren an der FU”: ABV, Anwesenheitszwang, Verkauf von Institutsgebäuden

Im Anschluss findet eine Protestkino-Veranstaltung statt. Gezeigt werden der Berliner Streikfilm (2003) und Kick it like Frankreich.

Streiktrailer

Erst zeigen sie einen Film mit den gelungensten Streikaktionen von der Besetzung des Büros Flierl bis zum Bad in der Spree. Jubel im Auditorium.

Der Tagesspiegel, 08.01.04

Uniübergreifender Trailer der Freien Universität, Technischen Universität und Humboldt Universität von den Studierendenprotesten 2003/04 in Berlin.
Berlin 2003, Format: miniDV, Länge: 4 min.

Aufruf der VV-Vorbereitungsgruppe

Das Ende ist nah…

des gebührenfreien Studiums!

Die Landesregierungen zahlreicher Bundesländer haben die Einführung von Studiengebühren bereits beschlossen. Das verschärft die soziale Ungleichheit an den Unis und macht das Studieren für viele unmöglich – die Studienbedingungen verbessert es nicht.

Auch in Berlin gibt es Überlegungen, von Studierenden künftig Gebühren zu verlangen. Neben dem „klassischen“ Modell von Studiengebühren ist dabei vor allem das Modell der Studienkonten im Gespräch: die StudentInnen sollen ihre Lehrveranstaltungen buchen und anschließend bei Überschreitung des zugestandenen Guthabens dafür zahlen. Das CampusManagement-System der FU beinhaltet bereits die dafür benötigten Funktionen.

Studienkonten und der Widerstand gegen sie werden ein Thema bei dieser VollVersammlung sein. Aber auch ein gebührenfreies Studium ist kein freies Studium! Ein sich immer weiter verschärfender NC grenzt schon jetzt weite Teile der Gesellschaft von der Möglichkeit eines Studiums aus. Zugangsbeschränkte Masterzugänge, Anwesenheitszwang in den Seminaren und die Zuweisung von nicht gewünschten Nebenfächern sind Faktoren, die das Studium selbst zu einer einzigen Pflichterfüllung degradieren und ein selbstbestimmtes Studieren nahezu unmöglich machen. Der Verkauf von Institutsgebäuden und die parallel laufende Exzellenzinitiative sind Teile eines Prozesses, in dem sich die FU zunehmend auf marktwirtschaftlich ertragreiche Zweige der Wissenschaft konzentriert, in denen nur die „Besten“ bestehen dürfen.

Dir gefällt das nicht? Du musst Dich nicht mit den ständigen sozialen Verschärfungen arrangieren. Du kannst vieles ändern, wenn Du dafür kämpfst! Bereits im Jahr 2003 verhinderten Proteste, Besetzungen und ein Uni-Streik in Berlin die Einführung von Studienkonten – und das, obwohl die Einnahmen aus den Gebühren damals schon im Haushalt veranschlagt waren.

Auf der VollVersammlung stellen wir Euch schon bestehende Arbeitskreise und Aktionen zu den verschiedenen Problemen vor und möchten zur Gründung von weiteren motivieren.

Deshalb ist Deine Teilnahme wichtig!!!

Ausscheiden der FU aus dem Elite-Wettbewerb

Die AStA-Presseerklärung vom 13. Oktober 2006 „AStA feiert Ausscheiden beim Elite Wettbewerb“ wurde in der Berichterstattung über den „Elite-Wettbewerb“ als wichtige Gegenstimme aufgenommen. Hier einige Beispiele der darauf folgenden Presseberichterstattung:

Telepolis

Unter diesen Umständen ist es vielleicht zwingend notwendig, dass der AStA der Freien Universität Berlin die Nicht-Nominierung der FU „mit Freude und Erleichterung“ zur Kenntnis nimmt und derzeit das Ausscheiden aus dem Elite-Wettbewerb „feiert“. Andernorts knallen schließlich auch die Sektkorken, und wenn die Chancengleichheit im deutschen Bildungswesen schon in keinem anderen Bereich mehr hergestellt werden kann, dann sollten die Studierenden hier die letzte Möglichkeit nutzen.

Frankfurter Rundschau

Dieser Tage haben die Studenten der ehrwürdigen Freien Universität Berlin kräftig gefeiert. In Bonn hatten gerade die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat bekannt gegeben, welche Hochschulen sich künftig Elite-Universitäten nennen dürfen. Die FU zählte nicht zu den Auserwählten. Der Allgemeine Studierendenausschuss der Freien Universität im Stadtteil Dahlem zeigte sich über diese Nachricht hocherfreut. In einer eilig verfassten Pressemitteilung schrieben die Studentenvertreter: „Der Asta der FU lehnt den Elitewettbewerb zwischen den Hochschulen aufgrund des dahinter stehenden elitären Gesellschaftsverständnisses und der zu fürchtenden Folgen für Studierende und Wissenschaft generell ab.“

Berliner Morgenpost
Die Welt

Heiß diskutiert wird unter den Studenten der Exzellenz-Wettbewerb. „Wir sind eher erleichtert, dass es mit der Elite-Uni bei der FU vorerst nicht geklappt hat“, sagt die Studentin. Durch die Schwerpunktsetzung, so fürchten die Studenten, könne es in anderen Fachbereichen zu Kürzungen kommen. Außerdem wollen die Studenten auf der ersten Vollversammlung am 7. November über das Thema Studiengebühren debattieren. „Wir glauben, dass der Senat die Studienkonten schon bald wieder auf die Tagesordnung setzen wird“, sagt die Sprecherin. Deshalb solle schon mal über mögliche Proteste beraten werden.

Junge Welt

Manchmal ist selbst Verlierern zum Feiern zumute. Nachdem am späten Freitag nachmittag die Entscheidung in der ersten Antragsrunde um Fördergelder zum »Ausbau universitärer Spitzenforschung« gefallen war, knallten beim Allgemeinen Studierendenausschuß (AStA) der Freien Universität (FU) Berlin die Sektkorken. Man nehme das »Ausscheiden der FU im Rahmen der Exzellenzinitiative mit Freude und Erleichterung zur Kenntnis«, hieß es in einem Pressestatement. Anders als die Humboldt- (HU) und die Technische Universität (TU) Berlin ist die FU beim Wettstreit um den Status einer »Eliteuniversität«, sprich um staatliche Fördermillionen, leer ausgegangen

die tageszeitung

Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der FU nahm die Entscheidung mit „Freude und Erleichterung zur Kenntnis“. Elsa Koester, hochschulpolitische Referentin des Asta, sagte: „Das Wissenschaftsverständnis von FU-Präsident Dieter Lenzen basiert auf wirtschaftlicher Verwertungslogik. Das ist nicht nur sozial, sondern auch wissenschaftlich und gesellschaftlich gefährlich und inakzeptabel. Es ist gut, dass Lenzen mit diesem Konzept erfolglos geblieben ist.“

Telepolis

Studierendenverteter der Freien Universität Berlin haben das Ausscheiden ihrer Hochschule aus dem Elite-Wettbewerb gefeiert. Gibt es hier Widerstand?
Michael Hartmann: Bei den Studierendenprotesten der letzten Monate stand natürlich der Kampf gegen die Studiengebühren im Vordergrund und nicht das Thema Eliteuniversität. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen sowie Studiengebühren und der Aufspaltung der Hochschullandschaft in Elite und den großen Rest mehr als deutlich. Das wurde von Teilen der Studierenden auch thematisiert.

„Wer wird Elite?“ Veranstaltung mit Prof. Hartmann

Di, 18.07. | 18.00 Uhr
Silberlaube, Hörsaal 1a

Bologna, Exzellenzinitiative und Studiengebühren – die „Neustrukturierung“ des deutschen Hochschulsystems schreitet mit großen Schritten voran. Begleitet von Forderungen nach Wettbewerbsfähigkeit des „Wissenschaftsstandortes Deutschland“ einerseits und nach einem einheitlichen europäischen Hochschulraum andererseits scheinen diese Umstrukturierungen klar auf ein gemeinsames Ziel hinzuführen: Die Schaffung eines großen Bildungsmarktes, auf dem die verschiedenen Hochschulen deutschland-, europa- und weltweit miteinander konkurrieren. Welche sozialen Folgeerscheinungen haben diese Reformen im Hinblick auf die herkunftsunabhängige Chancengleichheit in unserem – nach Pisa – ohnehin stark sozial selektierenden Bildungssystem? Inwiefern ist ein solches System überhaupt in der Lage dem eigenen Anspruch nach Ausbildung einer durch Leistungskriterien legitimierten Elite gerecht zu werden? Diese und weitere Fragen wollen wir an diesem Abend gemeinsam mit Euch und Michael Hartmann diskutieren.

Prof. Dr. Michael Hartmann, Soziologe und Elitenforscher an der TU Darmstadt, analysiert herkunftsbedingte Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem und dekonstruiert anhand eigener empirischer Studien den Mythos der Leistung als vorrangiges Kriterium zur Besetzung von Spitzenpositionen in der Gesellschaft.

Die Veranstaltung wird vom Politikwissenschaftlichen Seminar „Elitenrekrutierung im deutschen Hochschulsystem“ am Otto Suhr Institut, in Zusammenarbeit mit dem AStA FU Organisiert.

Exzellente Lehre in autonomen Seminaren

Das autonome Seminar „Eliterekrutierung im Hochschulsystem“ praktiziert „exzellente“ Lehre am OSI:

Liebe Leute,

derzeit läuft wieder die Vorschlagsfrist für den Lorbären aus, vergeben vom OSI-Club, zu dem an dieser Stelle nicht mehr viel gesagt werden muss. Lorbär, das ist ein Preis für „exzellente“ Lehre am OSI.

Und weil wir in unserem autonomen Seminar „Eliterekrutierung im Hochschulsystem“ „exzellente Lehre“ praktizieren, wollen wir vorgeschlagen werden. „Exzellente“ Lehre das ist für uns:

    selbstbestimmtes und gemeinsames Lernen in möglichst hierarchiefreien Räumen
    der Bruch klassischer Lehr-Lern-Situationen durch selbst entwickelte Didaktiken
    selbstbestimmte Inhalte und Strukturen
    Seminargestaltung nach demokratischen Prinzipien
    kritische und reflexive Auseinandersetzung mit expliziten und impliziten Machtstrukturen in Theorie und Praxis (Wie reproduzieren wir selbst Herrschafts-, Ausgrenzungs-, Geschlechter-, Sozialexklusions- und andere Verhältnisse, etc.)
    Verknüpfung von sozialwissenschaftlicher Theorie mit erfahrbarer Lebenswelt
    Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung

Dieses Seminar lebt davon, dass nicht Dozierende, sondern das Seminar selbst die Sitzungen gestaltet und bewegt. Das klappt. Und es sollte mehr solcher Seminare geben.

Weil es immer – auch ein politischer – Kampf ist, solche Seminare am Institut durchsetzen zu können, weil Sie nur geduldet sind, weil es keinerlei Anerkennung, noch irgendwas gibt, wird es Zeit, auf diese selbstbestimmte Methode des Studierens hinzuweisen.

Wir wollen – das hat das Seminar beschlossen – uns dazu prämieren lassen. Richtig. Vom OSI-Club. Von der höchsten Stelle jener, die unser Institut in die Exzellenz-Liga führen wollen, die Elite fördern. Wir wollen Paradoxien entwickeln und uns wohlbeschwipst, äh, wohlbeschlipst einen Preis aushändigen lassen, den wir ins Rote Cafe hängen können. Wir wollen, dass die vermeintliche Exzellenz uns auszeichnet: UNS ALLE. Studierende, die Bock haben.

Das ist ein Politikum. Also unterstützt uns. Gebt im Hausbriefkasten der Ihne 22 die Postkärtchen, die ausliegen, oder handschriftliche Notizen ab, schreibt Mails an den OSI-Club. Und zwar möglichst schnell. Darauf sollte das Seminar vermerkt sein („PS 15128 – Eliterekrutierung im Hochschulsystem“, und unter Dozierende entweder „Krikser“, „stud. Vorbereitungsgruppe“, „WIR ALLE“ oder irgendwas; TeilnehmerInnen etwa 40-60). (Gelockt wird mit der Aussicht einen Büchergutschein im Wert von 50 Tacken zu gewinnen).

15 128
- PS – Elitenrekrutierung im Hochschulsystem (2 SWS); Di 12.00-14.00 – Ihnestr. 21, 21/B (Hörsaal) (18.4.) Oskar Niedermayer,
Thomas Krikser,
stud. Vorbereitungsgruppe

Das ist freilich nur ein erster Schritt, um die Debatte zu eröffnen -
Zur Preisverleihung, auf dem Institutstag, überall und immer:

Studentische Seminare ins KVV. Jedes Jahr von Neuem!

Die Debatte ist eröffnet.