Tag-Archiv für 'exmatrikulation'

Zwangsexmatrikulationen – AStA FU unterstützt Musterklage am FB Wirtschaftswissenschaft

Zwangsexmatrikulation – der Rauswurf aus dem Studium. Immer wieder droht Studierenden dieses Alptraumszenario, weil sie angeblich „zu lange“ studiert haben. Um so wichtiger, das Studierende ihre Rechte kennen und einfordern, denn oft genug gibt es rechtliche Ungereimtheiten oder direkt illegale Zwangsexmatrikulationen. Hochproblematisch sind hier zwei am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft übliche Regelungen. Einerseits werden dort bei Zwangsberatungen nach einem vorgegebenen Merkblatt Auflagen erteilt – im Gegensatz zu geltenden Regelungen, die eine persönliche Beratung vorschreiben. Andererseits ist in der alten Diplomstudienordnung immer noch ein Paragraph in Kraft, der Zwangsexmatrikulationen gegen geltendes Recht anordnet.
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Langzeitstudium in Magister, Diplom und Lehramt – Schicht im Schacht?

Mit dem Auslaufen der Magister-, Diplom- und Staatsexamensstudiengänge sind vor allem für Langzeitstudierende zusätzliche Unsicherheiten verbunden. In der Vergangenheit war es noch problemlos möglich, ein Studium aufgrund von Kindererziehung, Lohnarbeit oder anderen Gründen zu unterbrechen und wieder aufzunehmen. Wer jetzt sein Studium unterbricht, ist jedoch damit konfrontiert, dass es den Studiengang schon in zwei Jahren nicht mehr gibt. Übergangsfristen und Einzelfallregelungen sind noch nicht restlos geklärt – mit Ausnahme der Lehramtsstudiengänge, dort jedoch zu Ungunsten der Studierenden.

Lehramt: schon 2010 schließt das Landesprüfungsamt

Insbesondere für die Lehramtsstudierenden gibt es ein Problem: das Landesprüfungsamt Berlin, zuständig für alle Staatsexamens-Prüfungen, schließt im Jahr 2010. Die Fachbereiche der FU verschicken bereits Infobriefe und weisen auf Veranstaltungen darauf hin: wer sich nicht bis zum 1.9.2010 zum Staatsexamen angemeldet hat, kann die Prüfung nicht mehr ablegen.
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Neue Tipps in Sachen Zwangsberatung

Anfang März wurde von der AStA-FU Hochschulberatung der „Leitfaden gegen Zwangsberatung“ aktualisiert. Der Leitfaden ist auf der AStA-Homepage abrufbar und bietet eine umfassende Orientierungshilfe beim Thema Zwangs- und Prüfungsberatung für Langzeitstudierende. Von den Rechtsgrundlagen über den Ablauf des Verfahrens bis hin zu konkreten Tipps zum Auftreten in der Beratung bietet der Leitfaden eine umfassende Vorbereitungshilfe für die Zwangsberatungen nach dem berüchtigten Paragraph 13 der Satzung für Studienangelegenheiten.

Die neue Version enthält insbesondere den bisher fehlenden Hinweis, dass Auflagen in der ersten Hauptstudiums-Beratung schlicht illegal sind:

Zwei Semester nach Überschreiten der Regelstudienzeit eine weitere Prüfungsberatung, die erste Prüfungsberatung im Hauptstudium. Bei verspäteter Zwischenprüfung verlängert sich die Frist, d.h. eure Zeit fürs Hauptstudium verkürzt sich bei verzögerter Zwischenprüfung nicht. In dieser ersten Hauptstudiums-Prüfungsberatung dürfen jedoch keine Auflagen erteilt werden! Dieses Faktum ist sehr unbekannt, daher sei noch einmal deutlich auf die „Richtlinien“ und die Satzung für Studienangelegenheiten (SfS) verwiesen. Beide Dokumente erwähnen Auflagen nur im Zusammenhang mit den Beratungen zur Zwischenprüfung (§ 13 Abs. 4 Nr 1 der SfS) sowie zur „Abschlussberatung“ ( § 13 Abs. 6 der SfS). Auflagen gibt es also unter Bedingungen bei der Zwischenprüfungsberatung und bei der sogenannten Abschlussberatung, nicht jedoch bei der ersten Prüfungsberatung bei Überschreiten der Regelstudienzeit. Diese Prüfungsberatung wird durch § 13 Abs 4 Nr 2 der Satzung für Studienangelegenheiten geregelt, und der entsprechende Absatz sieht schlichtweg keine Auflagen vor. Da die meisten DozentInnen das nicht wissen, solltet ihr in der Beratung darauf hinweisen: es gibt für Auflagen in der ersten Prüfungsberatung im Hauptstudium keine Rechtsgrundlage!

Dieser Hinweis bestätigt die Beobachtung, das im Verfahren zur Zwangsberatung immer noch jede Menge Willkür herrscht. Das mag in Einzelfällen und bei Verfahrensfehlern zugunsten der Studierenden ablaufen, in den meisten Fällen haben wir dadurch jedoch einiges an Nachteilen. Nachteile, die von unnötigem Stress bis hin zum erzwungenen Studienabbruch reichen können! Wichtig ist es daher, seine Rechte zu kennen und sich in der Zwangsberatung nicht überrumpeln zu lassen.

Dazu empfehlen wir nachdrücklich die Lektüre des Leitfadens, in Zweifelsfällen steht die Hochschulberatung auch stets für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Zum Abschluss für alle Last-Minute Weiterstudierwilligen: Wer bis jetzt seine Zwangsberatung für das Sommersemester noch nicht absolviert hat, kann dies noch bis zum 31.3. tun! Auch wenn in diversen Drohbriefen immer frühere Fristen genannt werden: die Beratung ist Teil der Rückmeldung, und die kann bis Semesterende durchgeführt werden. Selbst Anfang April können noch Beratungstermine vereinbart werden, sollten alle BeraterInnen über Ostern nicht erreichbar sein, die Prüfungs- und Studienbüros kennen die langsamen Abläufe an der Uni und sind in der Regel kulant.
Allerdings solltet ihr das zuständige Büro am Fachbereich und auch die Studierendenverwaltung informieren, falls ihr eure Beratungen auf den letzten Drücker abwickelt, denn sonst startet dort schon der Exmatrikulations-Automatismus.

Sicher durch die Zwangsberatung

Seit heute gibt es im Internet den neuen Leitfaden „Sicher durch die Zwangsberatung“, zusammengestellt von der Hochschulberatung des AStA FU.

Erstmals existiert damit ein unabhängiger und studentischer Ratgeber zum Umgang mit dem Repressionsinstrument „Prüfungsberatung“. Diese wurde im Jahre 2001 gegen studentischen Widerstand an der FU eingeführt und dient seitdem dazu Langzeitstudierende mit Zwangsberatungen, Auflagen und letztlich Zwangsexmatrikulation aus der Uni zu vertreiben.

Aus der Presseerklärung des AStA FU und AStA TU Berlin zur Einführung der Zwangsexmatrikulation vom 02. August 2001:

Das Präsidium der FU will ‚Maßnahmen zur Verkürzung der Studienzeiten‘ einleiten. Dazu zählt die FU den Ausschluss derjenigen, die ihr Studium nicht rasch genug absolvieren. Dies spart zwar objektiv keine Kosten ein, verbessert aber die Position der FU im bundesweiten Uni-Ranking durch vermeintlich kürzere Studienzeiten. In Wirklichkeit werden jedoch nur diejenigen, die etwas länger brauchen, zum Abbruch ihres Studiums gezwungen.

Der Leitfaden gibt einen Überblick über die Rechtsgrundlagen und die Praxis des Beratungsverfahrens und enthält viele Hinweise, etwa wie illegale oder zu umfangreiche Auflagen vermieden werden können. Ziel ist es, die Studierenden über ihre Rechte zu informieren und vor Willkür seitens der Beratenden und der Universitätsverwaltung zu schützen.

Eine persönliche Beratung zum Thema Zwangsberatung und Zwangsexmatrikulation bietet die Hochschulberatung des AStA FU selbstverständlich weiterhin an.

Link zum Leitfaden: „Sicher durch die Zwangsberatung