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Geschäftsführer Dieter Lenzen und das elitäre Dosenstechen

Der Standard aus Wien berichtete am 04.03.2008 über die Proteste gegen den Elite-Status der Freien Universität Berlin. Im Mittelpunkt des Berichtes stehen die diversen innovativen Protestformen des Dieter-Lenzen-Fanclubs (vom Standard eingeordnet als: Kommunikationsguerilla). Für den Standard wirkt auch der Protest gegen den Elitestatus irgendwie elitär:

Jubelparaden, Leader-Lieder und Habitus-Coaching folgen Lenzen auf Schritt und Tritt in der Öffentlichkeit. Die Berliner Studenten reagieren elitär auf das Exzellenzprädikat ihrer Uni.

Also verdient die Elite-Universität auch den Elite-Protest. Obwohl der Dieter Lenzen Fanclub inzwischen enorm gewachsen ist, kann er seinen (Protest-)Elite-Status bewahren:

Die rund 600 Klubmitglieder versichern, dass Dieter Lenzen ihr Held sei und warten mit Slogans wie „Reichtum soll sich wieder lohnen – für die Uni wie für die Elite!“ auf. Dieser Klub wirkt wie eine Huldigungsoffensive für die neoliberale Linie des Uni-Präsidenten.

Nur, dass dem Präsidenten (laut Standard auch: Geschäftsführer der Freien Universität (FU) Berlin) der elitäre Protest eher missfällt.

Lenzen ist der Spott zu bunt geworden. Er lässt sich von einem Sicherheitsservice begleiten, auf der Uni beobachten Polizisten in Zivil die Protestwelle. Doch die Studenten lassen sich nicht stören. Sie stellen ihren Elitestatus zur Schau und erproben sich im „Exzellenzcluster Vergleichendes Dosenstechen“.

Der ganze Artikel auf Standard.at
via: BlogChronik der Kommunikationsguerilla

Was denn nun, Herr Lenzen?

Kurz nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des Exzellenzwettbewerbs schrieb der Präsident der Freien Universität, Dieter Lenzen, einen Brief an alle Studierenden seiner Universität. In diesem Brief wird unter anderem Bezug auf die nun verbesserten Berufschancen der FU Studis genommen:

Wenn Sie an dieser Freien Universität Ihren Abschluss gemacht haben, werden Ihre Zukunftschancen im Beruf noch besser sein als zuvor. Denn: Die Frage, an welcher Universität jemand studiert hat und graduiert wurde, ist für den Erfolg im Berufsleben auch international immer wichtiger geworden.

In einem Artikel den Herr Lenzen für die Berliner Morgenpost am 29.10.2007 verfasst hat, klingt das plötzlich ganz anders:

Honoriert wurden in diesem Wettbewerb nicht exzellente Lehre oder ein guter „Ruf“ einzelner Fächer hinsichtlich ihrer Ausbildungsqualität und auch nicht die Aussichten der Absolventen unterschiedlicher Hochschulen auf dem Arbeitsmarkt. Kurzum: Über die akademische Ausbildungsqualität sagt das Wettbewerbsergebnis nichts aus.

Herr Lenzen, so geht das aber nicht! Was ist denn nun aus unseren verbesserten Zukunftschancen geworden? Es ist eine Sache sich über das Ergebnis des Exzellenzwettbewerbes für die Freie Universität zu freuen, eine andere ist es, den Studierenden offenbar trotz besseren Wissens weiszumachen es würde sich für sie auch nur irgendein Vorteil aus dem Elitestatus ergeben. Das Wettbewerbsergebnis sagt in der Tat nichts über die Ausbildungsqualität aus, dieser Aussage ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Zur Ausbildungsqualität an der FU Berlin gibt es vielfältige Berichte – aber vielleicht spielt das auch Aufgrund des Elitestatus nun gar keine Rolle mehr?

Dieter Lenzen Fan-Club

Der Präsident der Freien Universität Berlin, Dieter Lenzen, hat nun seinen eigenen Fanclub. Nach einem Indymedia-Bericht über die Jubel-Demo am 28.06.2007 fordert dieser die Verdrängung des universitären Gremienkommunismus durch wirtschaftliche Effizienz:

Etwa 70 Mitglieder des Lenzen-Fan-Clubs drückten heute auf einem spontanen Jubelspaziergang ihre rückhaltlose Freude über den wirtschaftsfreundlichen Kurs ihres Idols aus. Mit frenetischen Sprechchören („Lenzen, Lenzen unser Idol, besser noch als Helmut Kohl“, „Hoch die internationale Konkurrenz“) feierten sie Lenzens Feldzug gegen die kritischen Reste der Universität.

Neben dem Dieter Lenzen Fanclub in Berlin gibt es in Hessen zum Beispiel den Udo Corts Fanclub:

Er ist Spitzenpolitiker der CDU und entschiedener Verfechter allgemeiner Studiengebühren für alle. Dies finden wir mehr als löblich. Wir stehen voll hinter unserem Udo und betrachten ihn als unseren Held. Seine Vita ist einzigartig und zeugt von seiner Kompetenz. Um unseren Udo, im Folgenden nur noch Gott genannt, zu unterstützen, gründeten wir diesen Fanclub von Gott. Erfahren Sie mehr über die Tourdaten Gottes sowie über seine Person.

Leider wird sich Udo Corts aus der Politik zurückziehen. Dieses Schicksal wird Dieter Lenzen und seinem Fanclub hoffentlich erspart bleiben!

Unternehmen: Universität verkaufen – Demo am 28.06

Jubel-Demo am Donnerstag 28. Juni um 14Uhr im Mensa-Foyer der FU-Silberlaube (U-Dahlem Dorf) gegen das Forum „Unternehmen Universität – Wirtschaft und Wissenschaft im Dialog“.

Demo-Aufruf: „Wir sagen Danke!“

Endlich ist es soweit! Vom 27.-28. Juni 2007 findet das zweite Forum Hochschulmarketing „Unternehmen Universität“ im Clubhaus der Freien Universität Berlin statt. Das ist für uns eine Chance, unseren großen Dank und unsere Verbundenheit mit FU-Präsident Dieter Lenzen auszusprechen. Zum Beispiel für das perfekt funktionierende und besonders preisgünstige (lediglich 2 Mio. für das Basispaket) Campus Management, oder die Einführung privater Weiterbildungsstudiengänge. Unsere gemeinsame Forderung: weg mit dem Jugendkult – lasst auch ältere Menschen studieren- vorrausgesetzt, sie messen Bildung genügend Wert (€) bei!

Das Forum Hochschulmarketing soll möglichst bald eine „gezielte und rasche Entscheidungsvorbereitung für das Präsidium und eine koordinierte dezentrale Umsetzung“ leisten. Die gewählten Gremien mit begrenzter Fachkompetenz werden endlich entlastet und durch speziell eingesetzte Zentren ersetzt. Ein Hoch auf diese top-down Führungsstrategie!

„Die Transaktionsbeziehungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gründet auf einem Dialog, wechselseitigem Verständnis, Kooperationsbereitschaft, wie Kooperationsbefähigung“, so Professor Klaus Siebenhaar im Programmheft des Forums. Dr. Arend Oetker, einer der geladenen Vortragenden, Aufsichtsratsmitglied bei Merck und Degussa (Chemie- und Pharmaunternehmen), KWS-SAAT AG (Gen-Saatgut) und Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, kann fachkompetent beraten und beeinflussen, welche Forschung und Lehre an der momentan noch staatlich finanzierten Universität stattfindet.

„Das ist für beide Seiten ein chancenreicher und gesamtgesellschaftlich relevanter Lernprozess, der neben dem Wissens- und Erfahrungstransfer zentrale Kontexte wie materielle Wertschöpfung, Exzellenzwettbewerb, Ausbildungs- und Arbeitsmarktpolitik einschließt“, so Klaus Siebenhaar weiter. Kompetent und effizient werden allen Lebensbereichen ganz neue Werte (€) beigemessen, die die gesamte Gesellschaft voranbringen!

Pädagogisch untermauert diese Transaktionsbeziehung unser Präsident Lenzen in seiner Studie „Bildung neu denken“ in Kooperation mit der Vereinigung der bayrischen Wirtschaft: „Das Individuum der Zukunft wird selbstverantwortlicher und in Bezug auf sein Leben „unternehmerisch“ tätig sein und sich nicht auf die organisierende Tätigkeit des Staates verlassen“.

Es lebe der Markt! Es lebe die Konkurrenz! Nieder mit der Solidarität!