Tag-Archiv für 'datenschutz'

Bloß im Internet. Alternativen? Datenschutztagung vom 22.-23.März 2012

Bloß im Internet. Alternativen? Datenschutztagung an der Freien Universität Berlin vom 22.-23.März 2012

Der Titel „Bloß im Internet – Alternativen?“ spiegelt die zwei gedanklichen Richtungen dieser Veranstaltung: Der normale Nutzer steht einerseits im Internet ziemlich „bloß“ da (ohne viel Datenschutz und Privacy). Diese „Blöße“ wird umso größer, je mehr die Nutzer- Aktivitäten auf einige wenige Anbieter beschränkt bleiben. Die persönlichen Daten klumpen dann an wenigen Stellen im Netz und sind relativ einfach zu kompletten Persönlichkeitsprofilen zusammenfügbar. Google hat – nach vorherigen jahrelangen Dementis – kürzlich angekündigt, diese Zusammenführung der persönlichen Daten auch tatsächlich durchzuführen. Glücklich können nun diejenigen sein, die gegenüber Google skeptisch waren.

Daher wird es umso wichtiger über Alternativen nachzudenken. Am ersten Tag werden daher nicht nur die Möglichkeiten des Sammelns und Auswertens von Internetaktivitäten dargestellt und diskutiert. Internet-Dienste, die Alternativen zu den marktdominanten Angeboten bieten, bilden einen Schwerpunkt.

Der zweite Tag richtet sich primär an Datenschutzbeauftragte an Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. Hier geht es um deren Möglichkeiten, die Mitglieder ihrer Einrichtungen vor ungewollter Blöße zu bewahren

Das Programm ist hier zu finden: http://www.datenschutz.fu-berlin.de/dahlem/ressourcen/Datenschutzfachtagung_2012/Programm_Tagung_2012.pdf

Die Teilnahme ist kostenlos.

Um Anmeldung für den zweiten Tagungstag wird gebeten. Unter: ds-tagung@rewiss.fu-berlin.de

Tagungsort: Henry-Ford-Bau (Hörsaal B) der Freien Universität Berlin, Garystraße 35, 14195 Berlin-Dahlem http://www.fu-berlin.de/sites/hfb

Veranstaltet von:
Datenschutzbeauftragte der Freien Universität Berlin
SuMa e.V. Verein für freien Wissenszugang
Allgemeiner Studierendenausschuss der Freien Universität Berlin

Datenschutz an der Freien Universität Berlin

Im November berichtete „die tageszeitung“ über eine Kooperation der FU Berlin mit McKinsey und Boston Consulting. Die FU leitete Werbebriefe der Unternehmen an ausgewählte Studierende weiter:

Post von McKinsey bekam, wer das Vordiplom nicht schlechter als mit der Note 2,3 machte und nicht länger als 11 Semester studiert. Boston Consulting gab keine Note vor, sondern wollte die besten 10 bis 15 Prozent erreichen.

Zu dieser unrechtmäßigen Nutzung der Daten von Studierenden stellte der AStA FU am 12.11.2008 folgende Anfragen an das Präsidium der FU Berlin:

1.) In wievielen Fällen hat die FU in der Amtszeit Dieter Lenzens als FU-Präsident Werbepost von Unternehmen an Studierende verschickt?
2.) Welche Unternehmen waren beteiligt und wieviel Geld hat die FU jeweils entgegen genommen?
3.) An wieviele Studierende ging die Werbung von „McKinsey“ und von „Boston Consulting“?
4.) Gab es auch in der Vergangenheit vergleichbare Kooperationen mit „McKinsey“ und „Boston Consulting“?
5.) Wird die FU-Leitung weiterhin Werbung von Unternehmen an Studierende verschicken?
6.) Wird die FU-Leitung weiterhin Werbung von Unternehmen an vorab ausgewählte Studierende verschicken?

Der AStA FU verurteilt den Handel mit Daten Studierender und hält ihn für unrechtmäßig. Werbung hat in der Korrespondenz zwischen Universität und Studierenden zu unterbleiben. Die wiederholten Datenschutzpannen der FU zeigen Handlungsbedarf in Bezug auf die Respektierung bürgerlicher Freiheitsrechte.

Diese Anfrage ist zwar immer noch unbeantwortet, dennoch ist der FU-Leitung inzwischen wohl die Verletzung des Datenschutzes und der Chancengleichheit zu Bewußtsein gekommen.

Wiederum in der „tageszeitung“ wird nun unter dem Titel „Uni stoppt Werbung für McKinsey: Elite-Studis müssen sich wieder selbst um Jobs kümmern“ berichtet, dass die FU „bis auf weiteres“ davon Abstand nimmt „Einladungen von potenziellen Arbeitgebern an ausgewählte Studierende zu übersenden“.

Zur Informationspolitik der FU Berlin in dem geschilderten Fall: „Keine Auskünfte über Datenweitergabe – Die Uni schweigt“

Einladung zum ersten Treffen des AK(ArbeitsKreis) Datenschutz

strichcode

„Totale Überwachung“ in allen Bereichen – so auch an der Freien Universität: speichern und verketten von personenbezogenen Daten, Videoüberwachung in Instituten, Angabe von Matrikelnummer plus Name bei Klausuren, (Diskussionen über) Chipkarten mit immer mehr Funktionen, Datenerfassung auf der einst öffentlichen Immatrikulationsfeier sowie Werbeanschreiben an ausgewählte Studierende im Auftrag von Unternehmen.

Öffentliche Hochschulen sind als staatliche Stellen dem öffentlichen Bereich des Datenschutzes zuzurechnen. Als Ort der Lehre und der Forschung werden eine große Menge Daten verarbeitet. Dies gilt zum einen für Daten Studierender, für Daten im Rahmen der Forschung, aber auch beispielsweise für die Daten der Beschäftigten.

Themen wie Videoüberwachung von Instituten und zentralen Einrichtungen, Veröffentlichungen im Internet und der Einsatz von Chipkarten als Ausweise sind nur wenige Beispiele, die zeigen, wie aktuell das Thema Datenschutz für die Hochschulen ist. Das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung einer Vielzahl von Personen ist bei einer Einrichtung wie einer Universität betroffen.

Vielfältige Bestimmungen des Datenschutzrechts und in der technischen Umsetzung sind dabei im Interesse der Betroffenen zu beachten.

Datenschutz ist deshalb ein wichtiges Thema an Hochschulen und somit natürlich auch für Studierende. Darum wollen wir uns am Donnerstag den 20.11. um 14 Uhr zum AK Datenschutz treffen um mit euch über Datenschutz in den verschiedenen Bereichen zu sprechen und diskutieren. Zudem wollen wir uns über das weitere Vorgehen und mögliche Aktionen unterhalten. Ganz im Sinne des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar, der meint, dass „das Bewusstsein für den Wert der Privatsphäre zu verbessern“ sei.

Alle Interessierten treffen sich am Donnerstag den 20.11.08 um 14 Uhr in den Räumlichkeiten des AStA FU.

Mit solidarischen Grüßen

AK Dat

http://www.astafu.de/inhalte/themen/datenschutz

Stalken statt Flirten

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die Warnung des AStA FU vor der Online-Plattform StudiVZ:

Vor „gravierenden Datenschutzmängeln und sexistische Belästigungen“ auf der Online-Plattform warnt der AStA der Freien Universität Berlin. Frauenreferentin Lisa Müller wird konkreter: „Wir raten von einer Nutzung des StudiVZ ab. Studierenden die über Accounts verfügen, empfehlen wir, diese zu kündigen.“ Auch die Studentenvertretung der Humboldt-Universität hat eine Warnung vor dem Portal veröffentlicht.

Weiterhin gibt es einen Bericht in der ZDF Nachrichtensendung heute.de: Stalker im Studentennetz

Mittlerweile warnen einige Studentenvertretungen ihre Kommilitonen davor, StudiVZ zu nutzen. „Wegen der gravierenden Datenschutzmängel und sexistischer Vorfälle raten wir von einer Nutzung des StudiZV ab“, heißt es etwa in einer Erklärung des Allgemeinen Studierendenausschusses der Freien Universität Berlin. „Studierenden, die über Accounts verfügen, empfehlen wir, diese zu kündigen. Hierbei sollten sie unbedingt darauf bestehen, dass ihre Daten komplett gelöscht werden.“

Berliner Zeitung Online vom 05.12.2006: Schon wieder Fehler? Ja, leider!
Die beliebte Studentenseite StudiVZ hat Probleme

So warnen die Studentenvertretungen der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin derzeit sogar vor StudiVZ. Es gebe gravierende Datenschutzmängel und sogar Fälle sexueller Belästigung durch eine größere Gruppe von Männern auf der Online-Plattform, heißt es.

Ergänzung 06.12.2006 die tageszeitung vom 06.12.2006:

Vor „Sexismus, entgleister Rhetorik und gravierenden Datenschutzmängeln“ bei StudiVZ warnen etwa die Studierendenvertretungen von Humboldt- und Freier Uni in Berlin. Sie empfehlen ihren KommilitonInnen nicht etwa zu fusionieren, sondern dem Netzwerk grundsätzlich fernzubleiben.

Diesen Rat gibt es auch aus der Blogger-Szene.

Ergänzung 07.12.2006 Frankfurter Rundschau 07.12.2006

Nachdem inzwischen auch die ASten der Berliner Humboldt-Universität und der Freien Universität zu Berlin vor „gravierenden Datenschutzmängeln und sexistischen Belästigungen“ warnen, bleibt abzuwarten, wie lange die deutschen Studierenden ihrer Lieblingsplattform noch die Treue halten werden.

Zur Pressemitteilung des AStA FU und zur Warnung des ReferentInnenrates.