Archiv der Kategorie 'Information'

AStA-Koalition geht erneut gestärkt aus StuPa-Wahlen hervor und erreicht 2/3-Mehrheit

Bei den Wahlen zum Studienderenparlament 2012 sprachen die Studierenden der FU der amtierenden AStA-Koalition aus Fachschaftsinitiativen, Regenbogenlisten und linken Listen erneut ihr Vertrauen aus.

Die Fachschaftsinitiativen und Projekte der Fachbereiche konnten ihre relative Mehrheit auf nun 29 der 60 vorhandenen Sitze ausbauen. Die Regenbogenlisten und linken Listen blieben konstant.

Die Parteihochschulgruppen sanken erneut ab und stellen nunmehr insgesamt 13 Sitze. Größte Liste unter ihnen ist die Grüne Hochschulgruppe mit 4 Sitzen, gefolgt von den Jusos (SPD) und der PARTEI-Hochschulgruppe mit jeweils 3 und dem SDS (Linkspartei), dem RCDS (CDU) und der Liberalen Hochschulgruppe (FDP) mit jeweils einem Sitz.

Die Kombination aus Basisorientierung, Parteiunabhängigkeit und linker Progressivität trifft seit Jahrzehnten auf starke Zustimmung unter den Studierenden der FU. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Mehrheit der amtierenden Koalition weiter ausgebaut werden, so dass eine 2/3-Mehrheit erreicht wurde.

Die Wahlbeteiligung blieb konstant bei 11,35% (Vorjahr: 11,36%).

Allgemeiner Studierendenausschuss der FU

Offener Brief des ASTA FU an den Präsidenten der FU

Sehr geehrter Herr Alt,

der AStA FU verurteilt die von Ihnen eingeleitete Räumung des Seminarzentrums. Es verwundert zu sehen, wie Sie begonnen haben, an Ihrem eigenen Stuhl zu sägen. Immerhin versprachen Sie einen neuen, kommunikativeren Stil, wollten brachliegende Dialogfelder beschreiten und die von Ihrem autoritären Vorgänger zersprengten universitären Gruppierungen wieder zueinander führen. Von diesem Image lebte Ihr präsidiales Walten und ließ einiges verzeihen, was unter Herrn Lenzen skandalisiert worden wäre. Nun wählten Sie einen Polizeieinsatz, wie er viele Jahre nicht mehr an einer bundesrepublikanischen Hochschule gesehen wurde: 150 Polizeibeamte mit Kampfhunden räumten 100 Studierende, die seit einigen Stunden über Hochschulpolitik diskutierten und für ihr Anliegen einen sichtbaren und zentral gelegenen Ort gewählt hatten. Über 50 Studierende der Freien Universität überzogen Sie mit Hausfriedensbruchanzeigen. Auch ein Journalist der Jungen Presse wurde nicht verschont.
Ihr offener Brief an die Studierenden wirft dabei mehr Fragen auf, als Antworten zu geben. Sie stünden weiter für einen offenen Dialog, schreiben Sie, und verwenden das Wort „höflich“ für das Verhalten der Universitätsleitung. Nun, Zivilpolizei auf dem Campus finden wir nicht höflich. Unter Androhung staatlicher Gewaltmaßnahmen einen abgelegenen Raum zum Diskutieren anzubieten, wenn Besetzen zum Ziel hat, einen Missstand visualisiert anzuprangern, ist kein offener Dialog. Wenn Sie vorschlagen, die Studierenden hätten doch im AStA diskutieren können, sollten Sie das kolossale Präsidiumsgebäude verlassen und sich die räumlichen Realitäten an der Universität vergegenwärtigen. Studierende, welche den Raummangel aufgrund universitärer Unterfinanzierung thematisieren, mit dem Argument der Raumknappheit zu räumen, ist aberwitzig. Wie Sie schließlich den Polizeiknüppel mit den Begriffen „Dialog“ und „Höflichkeit“ vereinen, bleibt Ihr privates Geheimnis. Von den Sorgen und Perspektiven der Studierenden haben Sie sich jedenfalls so weit entfernt, dass ein Dialog vielleicht wirklich nicht weiterführt. Dies zumindest ist die Botschaft Ihres Briefes. Die schlicht falsche Behauptung, die Studierenden der Humboldt Universität hätten einen studentischen Aufenthaltsraum besetzt, übergehen wir unsererseits höflich mit dem Hinweis auf eine Duldung der Besetzung durch das dortige Präsidium.
Man muss wohl von Glück sprechen, dass die Polizei nicht wie in der University of California zu Reizgas griff. Dort jedenfalls führte der Polizeieinsatz zu personellen Konsequenzen, wortreichen Entschuldigungen der Kanzlerin und zu einer Task Force zur nachträglichen Untersuchung des Vorfalls. An der Freien Universität hingegen scheinen vorgeschobene Gründe zu reichen, um einen gewaltsamen Einsatz gegen protestierende Studierende zu legitimieren.
Herr Alt, wir fordern von Ihnen die sofortige Rücknahme der Anzeigen und eine öffentliche Entschuldigung bei den Studierenden der Freien Universität.

Mit freundlichen Grüßen

AStA FU

AStA Info zu aktuellen Bildungsprotesten erschienen


Schneller als die Polizei erlaubt:
Da ist das neue AStA-Info (Nr.14), mit dem wir euch über die aktellen Geschenisse der Bildungsproteste auf dem Laufenden halten wollen.

Themen u.a.:
*Gewaltsame polizeiliche Räumung des Seminarzentrums
*Bildungsproteste: Der Mob ist wütend
* Vollersammlungen, Demos und Besetzungen

Doch lest am besten selbst.

Erneute Vollversammlung am 1.12. 14 Uhr im HS 1A

Für den kommenden Donnerstag den 1.12.11 um 14 Uhr hat der AStA FU satzungsgemäß eine Vollversammlung der FU- Studierenden beschlossen. In dieser VV soll über die aktuellen Ereignisse, z.B. die polizeiliche Räumung des Seminarzentrums, und Diskussionen informiert werden. Weiterhin gibt es eine Weiterführung der Diskussionen über die Forderungen der letzten VV.

Kommt alle vorbei!

AStA FU solidarisiert sich mit Bildungsprotesten in Kolumbien und Chile

In diesem Moment, in dem das europäische Bildingssystem mit der Neoliberalisierung geschädigt ist, sehen wir mit Bewunderung die Mobilisierung und den starken Kampf der Studierenden-Bewegungen in Lateinamerika. Zwei wichtige Beispiele sind gerade Chile und Kolumbien.

In Kolumbien beabsichtigte die Regierung ein Gesetz (Ley 30), das 50% der staatlichen Hochschulbildung privatisieren würde. Dadurch würde die Hochschulbildung ihre Autonomie verlieren und der Zugang zu der Universität noch mehr erschwert. Die Durchsetzung eines noch neoliberaleren Modells, das nur ökonomische Ziele verfolgt, vernichtet andere Wissensformen sowie kommunitäre und nicht lukrative Entwicklungsmodelle. Im Rahmen der Durchführung einer neoliberalen Politik für die Hochschulbildung in Kolumbien, hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten die ökonomische Krise der öffentlichen Universitäten verschärft. Einen Monat lang haben die Studierenden in Kolumbien weite Streiks geführt, haben Rundtische für Diskussionen aufgebaut und mit anderen sozialen Bewegungen Demonstrationen gemacht. Diese Mobilisierungen haben es geschafft, das Gesetz zu stürzen und die Regierung wurde gezwungen, mit der Bewegung eine integrale Bildungsreform zu diskutieren.

Trotz der Entmachtung dieses Gesetzes und der starken Repression, die die Bewegung seitens der staatlichen Kräfte erleben muss, ist die Bewegung mit ständiger Mobilisierung, dem Austausch von Vorschlägen und dem Aufbau weiterer Organisation beschäftigt.

Die Chilenische Bildung ist eine der teuersten und sozio-ökonimisch geschichtetsten weltweit. Verwandelt in ein Konsumprodukt müssen sich seit der Militärdiktatur mehr als 80% der chilenischen Familien direkt oder indirekt dem privaten Bankensektor verschulden und in vielen Fällen muss die Entscheidung getroffen werden, welche der Kinder zur Universität gehen und welche nicht. Die Regierungsstrategie der chilenischen Rechten und des ökonomischen Sektors, welche durch die Schwäche der politischen Opposition vereinfacht wird, hat ein neoliberales Modell in den 20 Jahren ihrer Regierung vertieft. Dies besteht aus dem Abbau der “öffentlichen Bildung” in Chile.

Aus diesem Grund haben die Gruppen der Schüler_innen und Studierenden die größte soziale Bewegung seit der großen Proteste gegen der Pinochet-Diktatur aufgebaut. Sie fordern mit einem enormen Rückhalt in der Bevölkerung eine öffentliche, kostenlose, qualitativ hochwertige und multikulturelle Bildung. Trotz der geplanten politischen Repression und der Unnachgiebigkeit der rechten Regierung gegenüber den schulischen und studentischen Forderungen, kämpft die soziale Bewegung seit 7 Monaten auch mit großer internationaler Unterstützung ununterbrochen für die Bildung. Wie die Sprecher_innen dieser Bewegung, die das soziopolitische Gesicht des Landes geändert hat, gesagt haben: “diese Bewegung ist gekommen, um zu bleiben”.

Gegen die Neoliberalisierung der Bildung wird es heute eine Lateinamerika-weite Demonstration für die öffentliche, kostenlose, qualitativ hochwertige und multikulturelle Bildung geben.
Der AStA der Freien Universität in Berlin, der aktiv in der deutschen studentischen Bewegung ist, solidarisiert sich mit euch und wird auch weiter für eine Bildung für Alle kämpfen.

Version en espanol: (mehr…)