Archiv der Kategorie 'Fachschaften'

Ausverkauf der Uni- und wo bleiben die FSIn?

Der Ausverkauf der Uni und die Bekämpfung studentischer Selbstbestimmung am Beispiel des Fachbereiches Wirtschaftswissenschaften:
Am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften gibt es seit der Renovierung vor 2 Jahren kaum Möglichkeiten für Studierende Informationen auszuhängen. Für die Fachschaftsinitiative ist es so beinahe unmöglich geworden, auf studentische Projekte und Termine der studentischen Selbstverwaltung aufmerksam zu machen.
So wurden zum Beispiel Plakate umgehend abgehängt, die auf eine anstehende Vollversammlung der Studierenden hinwiesen. Dabei bleibt unklar, wie eine studentische Vollversammlung, die nach § 19 BerlHG erstes Organ der Studierendenschaft ist, einberufen werden soll, wenn die Studierenden hierüber nicht informiert werden können.
Der AStA FU unterstützt die Forderung der FSI WiWiss nach der Bereitstellung von ausreichend Informationsfläche durch den Fachbereich. Die studentische Selbstverwaltung darf auch in einem scheinbar marginalen Punkt wie diesem nicht von Seiten des Fachbereichs behindert werden!
In diesem Zusammenhang sei außerdem auf die Politik des Fachbereiches verwiesen, Werbeflächen am Fachbereich gegen Geld privaten Investoren zur Verfügung zu stellen, mit dem Ergebnis, dass diesen mehr Informationsfläche zur Verfügung steht als den Studierenden am Fachbereich selbst.

Umfrage zur Studierbarkeit an der FU Berlin

Pressemitteilung der studentischen Initiative „Studierbarkeit an der FU Berlin“

Umfrage zur Studierbarkeit an der FU Berlin startet am 04.06.2007

Am 04.06.2007 beginnt eine von Studierenden initiierte Umfrage zu Studienbedingungen an der Freien Universität Berlin. Die Studierenden sollen die Möglichkeit erhalten, sich zu Konsequenzen und Problemen der tiefgreifenden Umgestaltung der Universität im Rahmen des Bolognaprozesses zu äußern.

Die in Papierform vorliegenden 6000 Fragebögen werden an Ständen in Dahlem und Lankwitz sowie über Fachschaften und in studentischen Cafés verteilt. Zudem besteht ab Mittwoch, 06.06.2007 die Möglichkeit, die Onlineversion des Fragebogens auf der Webseite www.fub.studierbarkeit.de auszufüllen.

Der Fragebogen wurde konzipiert in Kooperation mit der studentischen Evaluationsgruppe „Studierbarkeit an der Humboldt Universität“, deren Ergebnisse unlängst veröffentlicht wurden.

Pressemitteilung des AStA FU Berlin zu den Ergebnissen der Umfrage an der Humbold-Universität.

Der Erhebungszeitraum endet mit der Vorlesungszeit am 20.07.2007, die Ergebnisse werden voraussichtlich zu Beginn des Wintersemesters 2007/2008 veröffentlicht.

Für Fragen über den aktuellen Stand der Umfrage und deren Ergebnisse senden Sie eine Email an: studierbarkeit.fub(at)gmx.de.

Zur Umfrage Studierbarkeit: http://www.fub.studierbarkeit.de

Bildungsrevolutionär Lenzen?

Vor kurzem machte der jüngst wiedergewählte FU-Präsident Dieter Lenzen mit neuen Vorschlägen zur Bildungsreform von sich reden: mehr Autonomie für Schulen, mehr Fortbildungen und weniger Festanstellungen für Lehrer, Entstaatlichung des Bildungswesens insgesamt, und natürlich mehr Wettbewerb unter den Schulen. Die Süddeutsche Zeitung lobte den Maßnahmenkatalog gar als „revolutionär“ – doch was bedeutet mehr Wettbewerb nicht nur in der Uni, sondern schon in den Schulen – die FSI Geschichte wagt einen Ausblick:

„Das Ergebnis wird folgendes sein: Wettbewerb erzeugt Gewinner und Verlierer, die jetzt schon vorhandenen krassen Unterschiede zwischen behüteten Elite-Gymnasien und schlecht ausgestatteten Innenstadt-Hauptschulen werden größer werden. Mit dem „transparenten Informationssystem“ in Form eines Schul-Rankings, das Lenzen ebenfalls fordert, wird nochmal zusätzliche Panikmache erzeugt und die realen Qualitätsunterschiede werden maßlos übertrieben. Bildungsbewusste Mittelschichts-Eltern werden dann ihre Kindern in den Top-Ten Schulen der jeweiligen Stadt sammeln, der Rest bleibt hängen.“

Also doch eher eine Konterrevolution im Schulwesen…

Den ganzen Kommentar findet ihr hier:

http://fsigeschichte.blogsport.de/2007/03/10/dieter-lenzen-als-bildugnsrevolutionar/

Der Präsident wird Präsident

Professor Dr. Dieter Lenzen wurde letzte Woche vom Erweiterten Akademischen Senat zum Präsidenten der Freien Universität Berlin wiedergewählt. Damit wird der alte Präsident zum neuen Präsidenten. Schon im Vorfeld gab es entsprechende Zeitungsberichte, aus denen ersichtlich wurde, dass eigentlich alles beim Alten bleibt. Der Tagespiegel berichtete:

Und sonst? Im Akademischen Senat der Uni herrscht meist eine harmonische Stimmung.

Auf dem Fachschaftsini Geschichte Blog gibt es einen Bericht des studentischen Vertreters der Liste Fachschaftsinitiativen / Offene Liste aus dem Erweiterten Akademischen Senat:

Als Fazit bleibt: Die Posten sind abgesprochen, der Kurs auf die unternehmerfreundliche Dienstleistungshochschule ist gesetzt, studentische Nachfragen sind unerwünscht, vor allem, wenn sie das Image der FU beeinträchtigen könnten.

Zum Bericht „Lenzen wiedergewählt – Diskussion unerwünscht“.
Dazu auch – in der AStA FU Presseschau – ein Artikel in der tageszeitung vom 21.02.2007

Studierende verhindern Streichung von Lehrauftrag für Morus Markard

Nachdem Studierende der FSI Psychologie an der FU vergangene Woche kurzfristig von der – aufgrund der Unwetterwarnung abgesagten – Tagung der Lehrplankommission erfuhren, auf der wahrscheinlich der Lehrauftrag des Kritischen Psychologen Morus Markard abgeschafft werden sollte, brachten sie ihren Widerstand schnell und empört ins Rollen. Es wurden eine Pressemitteilung über den AStA FU rausgegeben, Flugblätter verteilt, Unterschriften gesammelt und sich inhaltlich intensiv auf die um eine Woche verschobene Kommissionssitzung vorbereitet. Argumente für den Erhalt des Lehrauftrags von M.M. und die Formulierung der studentischen Interessen an Kritischer Psychologie wurden rege auf einem E-Mailverteiler diskutiert.

Zu der Sitzung am 25.01.2007 erschienen dank der erfolgreichen Mobilisierung rund 200 Studierende, so dass die Kommission ihren Raum wechseln musste. Ein studentischer Vertreter legte den anwesenden Kommissionsmitgliedern über 1000 Unterschriften vor und verlas eine Erklärung, die die geplante Streichung als eine Zumutung für das Psychologie-Studium an der FU skandalisierte. Der Wegfall des bedrohten Lehrauftrags erschwert nicht nur einen ordentlichen Studiuumsabschluss für die Diplomstudierenden gemäß des von ihnen gewählten Schwerpunkts Kritische Psychologie und verhindert die in Markards Projekt betriebene kritische Reflexion psychologischer Berufspraxis, die die Studierenden in ihren Praktika erfahren, sondern bedeutet auch die allgemeine Eliminierung Kritischer Lehre in der Hochschullandschaft. Nach einer knapp einstündigen Diskussion mit der Kommission, mussten die Studierenden bis auf den als Kommissionsmitglied gewählten studentischen Vertreter, den Raum verlassen, da die Personalentscheidungen dem Datenschutz unterliegen. Kurze Zeit später wurde das Ergebnis bekannt gegeben: Morus Markard behält seinen Lehrauftrag. Auch wenn sich viele Studierende freuten und aufatmeten, so kann hier doch lediglich von einem Teilerfolg gesprochen werden. Anstatt von Markards Lehrauftrag wurde an anderen Stellen gestrichen. Deswegen gab es unter den Studierenden danach die Diskussion über längerfristige Alternativen zum Abbau von Lehre und Studierendenzahlen, der durch die Einführung des Bachelors bedingt ist. Angedacht wurde die Wiedereinführung autonomer Tutorien, die es schon mal am Fachbereich gab.

Homepagebericht beim Berliner Bündnis für Freie Bildung – gegen Studiengebühren | Artikel im Neuen Deutschland