Pleiten, Pech und Pannen: Bei der S-Bahn laufen nicht nur die Räder nicht rund

Nachdem die S-Bahn zunächst eine Entschädigung von Studierenden für das anhaltende Verkehrschaos verweigerte, lenkten sie auf Druck der ASten ein: Ein Sechstel des Semesterticketpreises soll erstattet werden. Für FU-Studierende wären das ca. 26 Euro. Konkrete Informationen über die Entschädigungsmodalitäten sind frühestens im Dezember zu erwarten.

Verkehrschaos
Das S-Bahn Chaos füllte das diesjährige Sommerloch der Presse. Wegen kaputter Räder und mangelnder Wartungsarbeiten kommt es seit Juli zu erheblichen Ausfällen im S-Bahn Betrieb. Von diesen waren Studierende der FU Berlin vor allem an weiter entlegeneren Standorten wie Lankwitz betroffen: Einige Institute waren zeitweilig völlig vom Bahnverkehr abgeschnitten, andere nur mit überfülltem Ersatzverkehr in unregelmäßigen Taktzeiten zu erreichen. Auch die Mitnahme von Fahrrädern, eine Leistung die im Semesterticket enthalten ist, war kaum mehr möglich.

Faule Ausreden
Während Kunden mit Monatskarten schnell eine Entschädigung für das Verkehrschaos versprochen wurde, lehnte die S-Bahn dies für Studierende zunächst ausdrücklich ab. Mit fadenscheinigen Argumenten versuchte sich die S-Bahn um die Entschädigung einer der größten Gruppen ihrer Stammkundschaft zu drücken: Das Semesterticket sei zu stark rabattiert um Anspruch auf eine Entschädigung zu haben, ließen Vorstandsmitglieder der S-Bahn in der Presse verkünden. Außerdem bräuchten Studierende während der Semesterferien das Ticket nicht. Die Absurdität dieser Argumentation wird bei einem Vergleich etwa mit dem Schlussverkauf deutlich: Man stelle sich vor eine warme Hose im Sommerschlussverkauf zu erwerben und zu Hause festzustellen, dass am Hintern ein großes Loch klafft. Ein Umtausch muss hier trotz Preisnachlass erfolgen, auch wenn es vielleicht viel zu warm für eine dicke Hose ist. Es ist eine Frechheit Mobilität zu verkaufen, diese nicht zu erbringen und dann zu erklären, die Kunden bräuchten die Leistung ja gar nicht!

Überfällige Reaktion auf Druck der ASten
Trotz skandalträchtiger Auswirkungen ihrer Unternehmenspolitik war die S-Bahn offensichtlich nur bereit, Kunden zu entschädigen, um einen Rückgang der Fahrgastzahlen zu vermeiden. Die Studierenden müssen das Ticket hingegen kaufen, ob die Bahnen nun fahren oder nicht. So behandelt die S-Bahn sie als Kund_innen zweiter Klasse, die Millionen-Einnahmen sind ja sicher. Im Zuge der massiven Öffentlichkeitsarbeit der Berliner ASten wuchs jedoch der Druck auf die S-Bahn. Im Oktober lenkte sie ein und versprach eine Entschädigung der Studierenden in Höhe eines Sechstels des Semesterticketpreises.

Informationschaos
Nach dem Verkehrschaos produziert die S-Bahn nun jedoch auch Chaos bei den Auszahlungsregelungen der Entschädigungen für Studierende: Die von den verschiedenen Verkehrsbetrieben verbreitete Meldung, die ASten würden die Entschädigungen der Studierenden auszahlen, sind nach derzeitigem Sachstand schlicht falsch. Die S-Bahn hatte dies verkündet, ohne zuvor auch nur das Gespräch mit den Studierendenvertretungen zu suchen und sorgte mit der Fehlinformation für erhebliche Verwirrung unter den Studierenden.
Bei den ersten Gesprächen mit ASten und Hochschulen im November gestand die S-Bahn dann ein, zu der organisatorischen Durchführung der Entschädigungszahlungen für Studierenden nicht in der Lage zu sein. Diese dürften mit einigem verwaltungstechnischem Aufwand verbunden sein, der nun auf ASten und Hochschulen abgewälzt werden soll. Eine Zusage, die damit verbundenen Unkosten zu tragen, verweigerte die S-Bahn allerdings bislang.

To be continued…
Die Verhandlungen zwischen S-Bahn, ASten und Hochschulen über die Durchführungsmodalitäten der Entschädigungszahlungen werden fortgesetzt. Konkrete Informationen, welche Studierenden (Ticketinhaber_innen im SoSe 2009 oder WiSe 2010) wann und auf welchem Weg eine Entschädigung erhalten, sind bisher nicht bekannt. Mit einem Ergebnis der Verhandlungen ist frühestens im Dezember zu rechnen. Der AStA FU wird über die Durchführungsform der Entschädigungszahlungen informieren, sobald diese bekannt ist.


2 Antworten auf “Pleiten, Pech und Pannen: Bei der S-Bahn laufen nicht nur die Räder nicht rund”


  1. 1 mary 30. Dezember 2009 um 14:47 Uhr

    gibts denn mittlerweile schon neue nachrichten zu thema?

  1. 1 S-Bahn verursacht Informationschaos in Sachen Entschädigungszahlungen für Studierende « fsi-wiwiss Pingback am 15. November 2009 um 19:03 Uhr
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