Sozialismus – Von der Aktualität einer Utopie

Am 10. November präsentieren der AStA FU, die Antifaschistische Linke Liste und die Redaktion der PROKLA – Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft eine spannende Podiumsdiskussion. Fünf ReferentInnen diskutieren ausgehend von der Geschichtswissenschaft, Politologie bis hin zur Informatik eine Streitfrage, die im Lehrbetrieb der FU nur noch selten verhandelt wird: die Frage nach der Aktualität sozialistischer Konzepte.

Die Veranstaltung findet statt um an der FU Berlin um 18h im Hörsaal 1a der Silberlaube, Habelschwerdter Allee 29-45, U-3 Dahlem Dorf.

plakat sozialismus

Es diskutieren:

Raul Zelik (Schriftsteller und Politologe, Berlin)

Renate Hürtgen (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)

Alex Demirovic (Politologe, TU Berlin)

Christian Siefkes (Informatiker, Berlin)

Ralf Hoffrogge (Historiker, Berlin)

Sozialismus – was heißt das eigentlich?

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall wird allerorten Feierstimmung verbreitet, das Jahr 1989 beherrscht die Schlagzeilen. Mit dem Ende des autoritären »Real-Sozialismus« soll auch jede Debatte über grundsätzliche gesellschaftliche Alternativen erledigt sein. Doch die Politik der Erinnerung kann kaum verdrängen, was allzu offensichtlich ist: In der größten Wirtschaftskrise seit 1929 ist die Frage nach einer solchen Alternative wieder zur Gegenwartsfrage geworden.

Nicht nur in den Medien, sondern auch in der Wissenschaft drückt man sich um die längst notwendige Generaldebatte. Reformen und Regulationen, bestenfalls ein »Green New Deal« sind Diskussionsgegenstand, das Versagen der Marktwirtschaft wird jedoch ausgeblendet.

Dem wollen wir entgegentreten. Fünf Autoren und Autorinnen der »PROKLA – Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft«, die sich in einem Themenheft mit Sozialismuskonzeptionen auseinandergesetzt haben, diskutieren ausgehend von ihren Aufsätzen.

Wir wollen darüber reden, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, in der nicht Profit und Markt, sondern gesellschaftliche Bedürfnisse die Produktion bestimmen, in der die Verteilung von Arbeit und Ressourcen demokratisch geplant wird. Eine Gesellschaft ohne selbst produzierte Sachzwänge, eine Gesellschaft, die willens und fähig ist, der ökologischen Katastrophe zu entgehen. Eine historische Analyse des sogenannten »real existierenden Sozialismus« ist dabei unverzichtbar.

Jenseits von Nostalgie und Retrokult soll herausgearbeitet werden, warum im Staatssozialismus gesellschaftliche Emanzipation gerade nicht verwirklicht wurde. Diese Emanzipation, verstanden als praktizierte Herrschaftskritik, ist jedoch Kernstück jeder ernsthaften Konzeption von Sozialismus.