Archiv für Oktober 2009

Sozialismus – Von der Aktualität einer Utopie

Am 10. November präsentieren der AStA FU, die Antifaschistische Linke Liste und die Redaktion der PROKLA – Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft eine spannende Podiumsdiskussion. Fünf ReferentInnen diskutieren ausgehend von der Geschichtswissenschaft, Politologie bis hin zur Informatik eine Streitfrage, die im Lehrbetrieb der FU nur noch selten verhandelt wird: die Frage nach der Aktualität sozialistischer Konzepte.

Die Veranstaltung findet statt um an der FU Berlin um 18h im Hörsaal 1a der Silberlaube, Habelschwerdter Allee 29-45, U-3 Dahlem Dorf.

plakat sozialismus

Es diskutieren:

Raul Zelik (Schriftsteller und Politologe, Berlin)

Renate Hürtgen (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)

Alex Demirovic (Politologe, TU Berlin)

Christian Siefkes (Informatiker, Berlin)

Ralf Hoffrogge (Historiker, Berlin)

Sozialismus – was heißt das eigentlich?

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall wird allerorten Feierstimmung verbreitet, das Jahr 1989 beherrscht die Schlagzeilen. Mit dem Ende des autoritären »Real-Sozialismus« soll auch jede Debatte über grundsätzliche gesellschaftliche Alternativen erledigt sein. Doch die Politik der Erinnerung kann kaum verdrängen, was allzu offensichtlich ist: In der größten Wirtschaftskrise seit 1929 ist die Frage nach einer solchen Alternative wieder zur Gegenwartsfrage geworden.

Nicht nur in den Medien, sondern auch in der Wissenschaft drückt man sich um die längst notwendige Generaldebatte. Reformen und Regulationen, bestenfalls ein »Green New Deal« sind Diskussionsgegenstand, das Versagen der Marktwirtschaft wird jedoch ausgeblendet.

Dem wollen wir entgegentreten. Fünf Autoren und Autorinnen der »PROKLA – Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft«, die sich in einem Themenheft mit Sozialismuskonzeptionen auseinandergesetzt haben, diskutieren ausgehend von ihren Aufsätzen.

Wir wollen darüber reden, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, in der nicht Profit und Markt, sondern gesellschaftliche Bedürfnisse die Produktion bestimmen, in der die Verteilung von Arbeit und Ressourcen demokratisch geplant wird. Eine Gesellschaft ohne selbst produzierte Sachzwänge, eine Gesellschaft, die willens und fähig ist, der ökologischen Katastrophe zu entgehen. Eine historische Analyse des sogenannten »real existierenden Sozialismus« ist dabei unverzichtbar.

Jenseits von Nostalgie und Retrokult soll herausgearbeitet werden, warum im Staatssozialismus gesellschaftliche Emanzipation gerade nicht verwirklicht wurde. Diese Emanzipation, verstanden als praktizierte Herrschaftskritik, ist jedoch Kernstück jeder ernsthaften Konzeption von Sozialismus.

„STUD_FEST 09″ am 15.10.2009 im Innenhof der Silberlaube

Der AStA FU präsentiert zum Semesterauftakt am 15. Oktober ab 15 Uhr im Innenhof der Silberlaube (Habelschwerdter Allee 45) „Fidl Kunterbunt“ (Akustik-Folk-Punk aus Leipzig), „Die Lesedüne“ (Lesebühne aus Berlin), „SCREAM CLUB“ (the Electro Sex Hop Hip Pop Punk Rock Arty Glam Rap Duo from Olympia, WA) und „Der Endgegner“ (Punk aus Berlin). Außerdem erwarten euch ein Bücherzelt mit Zine- und Büchertischen, der „FU-Anti-Image-Film“, ein historischer Campusrundgang, die große Schrottombola, Kicker, die AStA-Beratungen und natürlich Kaffee und Kuchen, vegane VoKü und Cocktails sowie jede Menge Infos.


BÜHNE


ab 16 Uhr: Fidl Kunterbunt (Folk/ Akustisch/ Punk aus Leipzig)

Fidl Kunterbunt

www.myspace.com/fidlkunterbunt

ab 17 Uhr: Lesedüne (Lesebühne aus Berlin)

Lesedüne - Lesebühne aus Berlin

Berlins erste Lesebühne auf Sand. Hier ist immer Sommer.
Knackige Jungautoren. Knackige Geschichten. Knusprige Gedichte. Schlaftrunkene Revolutionslieder.
Jedes Mal neue Texte, neue Musik und: neue Gäste, die ihre besten Geschichten dabei haben.

www.myspace.com/leseduene

ab 19 Uhr: SCREAM CLUB (the Electro Sex Hop Hip Pop Punk Rock Arty Glam Rap Duo from Olympia, WA, is two freaky white rapper chicks stopping hearts everywhere)

SCREAM CLUB

Cindy Wonderful and Sarah Adorable, two gaysymmetrical superheroes, have been spreading their message of fun to hip hoppers and punk rockers all over the world for the past 5 years, inspiring countless others.

They have 2 full length albums titled „Don‘t Bite Your Sister“ and „Life of A Heartbreaker“. They have been on over a dozen compilations and been featured on releases from K records, Chicks On Speed Records, Tiny Sensational, Alphapup Records, Wired Records, Alien8 Records, Ekleroshock Reocrds, Rock Machine Records, Cherchez La Femme Records and Top Quality Rock and Roll Records.

www.myspace.com/SCREAMCLUB


ab 20 Uhr: Der Endgegner (Trash/ Zouk/ Punk aus Berlin)

Der Endgegner

2006 taten sich in Berlin die vier tödlichen Troubadoure Blaszko Bouillabaisse, Turbo Dorfbums, Booberella und King Kraut mit verschiedensten Motiven zusammen (Krach, Sex, Musik, Revolution, Geld). Aus zufälligen Mutationen erwuchs DER ENDGEGNER.
Nebenbei nahmen sie ein Demo auf, das die ersten zwei Stücke der Band dokumentiert. Die vom Endgegner gepanschte Mischung, der DESTRUKTO-SWING, lässt sich wie folgt beschreiben: Im Spannungsfeld zwischen dem groovenden Brett von Stonerrock, der Aggressivität und dem Dilletantismus von Punkrock und dadaistischem Unsinn, gelegentlich ein Surf- oder Reggae-Einsprengsel. Die Texte sind überwiegend auf Deutsch, aber manche auch auf Englisch, Niederländisch, Portugiesisch oder in verstümmeltem Kauderwelsch.

www.myspace.com/derendgegner

BERATUNGSPAVILLON

15 – 16 Uhr BAFöG-Beratung
16 – 17 Uhr Hochschulberatung
17 – 18 Uhr Ausländer_innen-Beratung und Sozialberatung
18 – 19 Uhr Behindertenberatung
19 – 20 Uhr Frauenberatung

BÜCHERZELT

ab 15 Uhr Zine- und Büchertische
16 Uhr Workshop: „Studentische Selbstverwaltung – Was ist das eigentlich?“
17 Uhr Historischer Campusrundgang (dauert etwa 2h)
18 Uhr FU-Anti-Image-Film

Kulturreferat AStA FU

Resolution des Studierendenparlaments gegen Erhöhung des Studentenwerk-Beitrags im Wortlaut

am 29.04.09 einstimmig beschlossen:

Resolution

Das Berliner Studentenwerk bezieht von Studierenden Sozialbeiträge gestaffelt nach ihrer Verweildauer an der Universität. Werden zunächst 30,68 € pro Semester berechnet, steigt dieser Beitragssatz bei der Überschreitung der Regelstudienzeit um drei bis sechs Semester auf 46,02 €, bei einer Überschreitung der Regelstudienzeit um über sechs Semester werden sogar 79,69 € pro Semester berechnet. Nachdem der Verwaltungsrat des Berliner Studentenwerks eine Vereinheitlichung des Beitragssatzes forderte, strebt die Geschäftsführung des Berliner Studentenwerks nun eine Erhöhung des Sozialbeitrages auf 50 € an.
Sowohl die finanzielle Diskriminierung von Studierenden bei Überschreitung der Regelstudienzeit als auch eine derartige Beihagserhöhung lehnt das Studierendenparlament der FU Berlin entschieden ab!

1) Das Studierendenparlament der FU fordert den Berliner Senat daher auf, zum Wintersemester 2009/2010 einen einheitlichen Sozialbeitragssatz für das Berliner Studentenwerk einzuführen und damit die finanzielle Diskriminierung von so genannten Langzeitstudierenden abzuscbaffen!

Die so genannte Regelstudienzeit bezeichnet einen Zeihaum, den Studierende, die sich ohne weitere Verpflichtungen voll auf das Studium konzentrieren können, mindestens für ihr Studium benötigen. Es handelt sich hierbei also eigentlich um eine Mindeststudienzeit. Studierende, die aus sozialen Gründen oder aus Gründen der individuellen Lebensplanung diese Mindeststudienzeit nicht einhalten können, werden bereits durch die Hochschulen im Zuge der immer restriktiveren Regelungen – etwa der Zwangsberatung oder gar Zwangsexmatrikulation – massiv unter Druck gesetzt. Sie auch noch finanziell zu benachteiligen, wie dies auch in Bereichen wie BaFöG-Zahlungen oder Krankenkassenbeiträgen geschieht, stellt eine Form sozialer Diskriminierung dar, die sofort abgeschafft gehört!
Da Studierende höherer Semester die Leistungen des Berliner Studentenwerks nicht in größerem Umfang in Anspruch nehmen, ist die finanzielle Diskriminierung auch inhaltlich nicht begründbar.

2) Das Studierendenparlament der FU Berlin lehnt eine Erhöhung der finanziellen Belastung der Studierendenschaft ab und fordert den Senat auf, den Forderungen der Geschäftsführung des Berliner Studentenwerks nach einer Beitragserhöhung auf 50 € pro Semester nicht statt zu geben!

Eine derartige Erhöhung des Sozialbeitrages würde für Studierende mit einer Überschreitung der Regelstudienzeit um bis zu sechs Semester und einem Beitragssatz von derzeit 46,02 € bereits eine Beitragssteigerung um 8,65 % bedeuten. Für Studierende innerhalb der Regelstudienzeit stiege der Beitragssatz von 30,68 € auf 50 € sogar um 62,97 %! Diese exorbitante Beitragssteigerung stellt eine nicht tragbare finanzielle Belastung der Studierendenschaft dar! Demgegenüber zieht sich der Berliner Senat schrittweise aus der Finanzierung des Bildungsbereichs zurück und forciert damit dessen implizite Privatisierung. Das Studierendenparlament der FU Berlin lehnt diesen Rückzug des Staates aus der Finanzierung von Bildung im Allgemeinen und dem Bereich der Hochschulen im Besonderen ab! So sollte auch das Berliner Studentenwerk grundsätzlich voll durch das Land finanziert werden, wie dies beispielsweise in den französischen Studentenwerken geschieht. Eine Gegenfinanzierung des staatlichen Rückzugs aus der Studentenwerksfinanzierung durch steigende Beiträge der Studierenden ist vor allem angesichts der durch die Sozialerhebungen des DSW verdeutlichten prekären Situation vieler Studierender abzulehnen.

3) Das Studierendenparlament der FU Berlin fordert den Berliner Senat zudem auf, eine Befreiungsmöglichkeit von den Studentenwerksbeiträgen für finanziell schwache Studierende unabhängig von deren Studienzeit einzuführen!

Studierende, welche aufgrund einer finanziellen Notlage oder anderer Härtefälle nicht oder kaum in der Lage sind, den Studentenwerksbeitrag aufzubringen, sollten durch diesen nicht noch zusätzlich belastet werden. Zu diesem Zweck sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, Studierende ganz oder teilweise von den Beiträgen zu befreien! Hierzu könnte auch ein Sozialfonds (etwa nach dem Vorbild des Sozialfonds zum Semesterticket der Studierendenschaft der FU Berlin) eingerichtet werden.