Archiv für Juni 2009

Fotos: Bildungsstreik an der FU Berlin

vollversammlung

Vollversammlung an der FU Berlin am 16.06.2009

weg zum praesidium

Die Vollversammlung ging über in eine Besetzung des Präsidiums der Freien Universität

besetzt

Das besetzte Präsidialamt der FU Berlin in der Kaiserswerther Straße

raeumung

Behelmte Polizeikräfte räumten anschließend die friedliche Sitzblockade

Am 16. Juni 2009 – dem 2. Streiktag des bundesweiten Bildungsstreiks besetzten ein paar hundert Studierende das Präsidialamt der Freien Universität Berlin. Verhandlungen zwischen Studierenden und Vertretern des Präsidiums brachten keine Einigung. Das Präsidium forderte die Polizei auf das Gebäude zu räumen. Behelmte Polizeikräfte räumten die friedliche Sitzblockade vor dem Präsidium und gingen anschließend gewalttätig gegen die Studierenden auf der Straße vor dem Präsidialamt vor. Die Besetzung wurde daraufhin von den Studierenden beendet.

Presseerklärung des AStA FU: Präsidium besetzt – Präsidium geräumt

Pressespiegel beim AStA FU

Weitere Fotos vom Bildungsstreik bei Björn Kietzmann:
15. Juni 2009 – 1. Tag vom bundesweiten Bildungsstreik an den Berliner Universitäten |
2. Streiktag FU Berlin
| FU Präsidium besetzt

Bildungsstreik 2009 – Protestschlafen an der FU Berlin

Mobilisierungsaktion zum bundesweiten Bildungsstreik vom 15.- 19.06.2009

Dazu auch der Präsident der FU

Am 17. Juni: Auf zur Bildungsstreik Großdemo

Im Kuratorium der FU Berlin konnte heute folgender Formulierungskompromiss als Unterstützung der Großdemonstration zum Bildungsstreik in Berlin beschlossen werden (bei einer Enthaltung angenommen):

Das Kuratorium begrüßt die Absicht von Studierenden und Beschäftigten der Freien Universität, den Wissenschaftssenator, Herrn Prof. Dr. J. Zöllner, darin zu unterstützen, die Forderung der Universitäten nach gesicherter Grundfinanzierung gegenüber dem Finanzsenator durchzusetzen. Das Kuratorium bittet das Präsidium, sich dafür einzusetzen, dass Studierenden und Beschäftigten, die an der Demonstration am 17. Juni im Rahmen der Aktionswoche teilnehmen, keine Nachteile erwachsen.

Hintergrund für die Unterstützung dürfte der Verhandlungsstopp um die Hochschulverträge sein. Während die Hochschulen aufgrund gestiegener Kosten eine Etat-Aufstockung um 20 Prozent für den Erhalt des derzeitigen Leistungsangebots fordern, stellt der Berliner Finanzsenator lediglich einen Inflationsausgleich von 1,3 Prozent in Aussicht, was eine Realkürzung bedeuten würde mit in der Folge massivem Stellen- und Studienplatzabbau.

Das Hochschulreferat des AStA FU unterstützt nachdrücklich die Forderungen nach einer gesicherten Grundfinanzierung gegenüber dem Finanzsenator, weist aber darauf hin, dass die finanzielle Absicherung der Hochschulen bei weitem nicht ausreicht: Das Demonstrations-Bündnis tritt ein für selbstbestimmtes Lernen, einen freien Bildungszugang, für die Entflechtung von Bildungssystem und Wirtschaft sowie für die Stärkung demokratischer Mitbestimmung in Bildungseinrichtungen.

Dazu Patrick Schukalla vom Hochschulreferat des AStA FU:

Unser Protest richtet sich ausdrücklich auch gegen das Präsidium der FU und ihre Politik der Entdemokratisierung, der Ökonomisierung von Bildung und der Neoliberalisierung der Hochschule. Einen Burgfrieden gegen den Senat wird es nicht geben.

Pressespiegel

Die Frankfurter Rundschau berichtet am 04.06.2009: Bildungsstreik statt Vorlesung und Büroarbeit

Das bundesweite Bündnis, das vom 15. bis 19. Juni zum Bildungsstreik aufruft, hat eine noch weiter gehende Agenda: für selbst bestimmtes Lernen und Leben sowie freien Zugang zu Bildung, gegen Bologna, verschultes Studium und Turbo-Abitur. In 60 Städten sind Schüler und Studierende, wissenschaftliches Personal, Lehrer, Erzieher und Auszubildende aufgerufen, sich an dem Protest zu beteiligen.

Junge Welt am 05.06.2009: Überraschende Avancen in Berlin

Die Avancen der Unileitungen kommen durchaus überraschend. Sind doch weder Lenzen noch Kutzler in der Vergangenheit als Unterstützer kritischer Studierender aufgefallen. Im Gegenteil: Lenzen ist Berater der »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft«, einer neoliberalen Lobbygruppe, die vom Unternehmerverband »Gesamtmetall« gesponsert wird. Ganz in dessen Sinn förderte er an der FU vor allem elitäre Studiengänge und wirtschaftsnahe Forschungsprojekte.

Tagesspiegel am 05.06.2009: „Man kann sich nicht alles bieten lassen“

FU-Präsident Lenzen teilte mit, Studierenden und Beschäftigten der Freien Universität, die am 17. Juni während der bundesweiten „Aktionswoche Bildungsstreik“ demonstrieren wollen, sollten daraus keine Nachteile erwachsen. Ein entsprechender Brief an die Verantwortlichen sei unterwegs. Die Demonstration soll um 11 Uhr am Roten Rathaus starten.