Archiv für Januar 2009

Datenschutz an der Freien Universität Berlin

Im November berichtete „die tageszeitung“ über eine Kooperation der FU Berlin mit McKinsey und Boston Consulting. Die FU leitete Werbebriefe der Unternehmen an ausgewählte Studierende weiter:

Post von McKinsey bekam, wer das Vordiplom nicht schlechter als mit der Note 2,3 machte und nicht länger als 11 Semester studiert. Boston Consulting gab keine Note vor, sondern wollte die besten 10 bis 15 Prozent erreichen.

Zu dieser unrechtmäßigen Nutzung der Daten von Studierenden stellte der AStA FU am 12.11.2008 folgende Anfragen an das Präsidium der FU Berlin:

1.) In wievielen Fällen hat die FU in der Amtszeit Dieter Lenzens als FU-Präsident Werbepost von Unternehmen an Studierende verschickt?
2.) Welche Unternehmen waren beteiligt und wieviel Geld hat die FU jeweils entgegen genommen?
3.) An wieviele Studierende ging die Werbung von „McKinsey“ und von „Boston Consulting“?
4.) Gab es auch in der Vergangenheit vergleichbare Kooperationen mit „McKinsey“ und „Boston Consulting“?
5.) Wird die FU-Leitung weiterhin Werbung von Unternehmen an Studierende verschicken?
6.) Wird die FU-Leitung weiterhin Werbung von Unternehmen an vorab ausgewählte Studierende verschicken?

Der AStA FU verurteilt den Handel mit Daten Studierender und hält ihn für unrechtmäßig. Werbung hat in der Korrespondenz zwischen Universität und Studierenden zu unterbleiben. Die wiederholten Datenschutzpannen der FU zeigen Handlungsbedarf in Bezug auf die Respektierung bürgerlicher Freiheitsrechte.

Diese Anfrage ist zwar immer noch unbeantwortet, dennoch ist der FU-Leitung inzwischen wohl die Verletzung des Datenschutzes und der Chancengleichheit zu Bewußtsein gekommen.

Wiederum in der „tageszeitung“ wird nun unter dem Titel „Uni stoppt Werbung für McKinsey: Elite-Studis müssen sich wieder selbst um Jobs kümmern“ berichtet, dass die FU „bis auf weiteres“ davon Abstand nimmt „Einladungen von potenziellen Arbeitgebern an ausgewählte Studierende zu übersenden“.

Zur Informationspolitik der FU Berlin in dem geschilderten Fall: „Keine Auskünfte über Datenweitergabe – Die Uni schweigt“

Zwangsexmatrikulationen – AStA FU unterstützt Musterklage am FB Wirtschaftswissenschaft

Zwangsexmatrikulation – der Rauswurf aus dem Studium. Immer wieder droht Studierenden dieses Alptraumszenario, weil sie angeblich „zu lange“ studiert haben. Um so wichtiger, das Studierende ihre Rechte kennen und einfordern, denn oft genug gibt es rechtliche Ungereimtheiten oder direkt illegale Zwangsexmatrikulationen. Hochproblematisch sind hier zwei am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft übliche Regelungen. Einerseits werden dort bei Zwangsberatungen nach einem vorgegebenen Merkblatt Auflagen erteilt – im Gegensatz zu geltenden Regelungen, die eine persönliche Beratung vorschreiben. Andererseits ist in der alten Diplomstudienordnung immer noch ein Paragraph in Kraft, der Zwangsexmatrikulationen gegen geltendes Recht anordnet.
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Offener Brief zu den Änderungen im Diplomarbeitsverfahren am Otto Suhr Institut

Studentische Studienberatung Otto-Suhr-Institut

Offener Brief

Änderung der Regelungen für Zweitgutachten im Diplomarbeitsverfahrens (DPO 2003/06; Änderungsordnung 2007/08)

Berlin, den 07.01.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

während des Anmeldeverfahrens für die Diplomprüfung am 5./6.01 2009 wurde bekannt, dass grundsätzlich keine externen Gutachter_innen mehr für Diplomarbeiten zugelassen werden. Dies wurde mit einem Schreiben des Rechtsamtes der Freien Universität vom 19.12.2008 – welches mir bisher nicht vorliegt – begründet. Nach Informationen des Prüfungsbüros begründet sich diese Neuerung mit der Tatsache, dass es keine entsprechende Regelung in den Studien- und Prüfungsordnungen für den modularisierten Diplomstudiengang (DPO 2003/2006; Änderungsordnung 2007/08) gäbe und daher die Regelungen der Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG) gelten würden, welche die Prüfungsberechtigten auf Institutsangehörige beschränke. Infolge dessen haben sich vermehrt Kommiliton_innen an mich gewandt.

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