Archiv für Dezember 2008

Langzeitstudium in Magister, Diplom und Lehramt – Schicht im Schacht?

Mit dem Auslaufen der Magister-, Diplom- und Staatsexamensstudiengänge sind vor allem für Langzeitstudierende zusätzliche Unsicherheiten verbunden. In der Vergangenheit war es noch problemlos möglich, ein Studium aufgrund von Kindererziehung, Lohnarbeit oder anderen Gründen zu unterbrechen und wieder aufzunehmen. Wer jetzt sein Studium unterbricht, ist jedoch damit konfrontiert, dass es den Studiengang schon in zwei Jahren nicht mehr gibt. Übergangsfristen und Einzelfallregelungen sind noch nicht restlos geklärt – mit Ausnahme der Lehramtsstudiengänge, dort jedoch zu Ungunsten der Studierenden.

Lehramt: schon 2010 schließt das Landesprüfungsamt

Insbesondere für die Lehramtsstudierenden gibt es ein Problem: das Landesprüfungsamt Berlin, zuständig für alle Staatsexamens-Prüfungen, schließt im Jahr 2010. Die Fachbereiche der FU verschicken bereits Infobriefe und weisen auf Veranstaltungen darauf hin: wer sich nicht bis zum 1.9.2010 zum Staatsexamen angemeldet hat, kann die Prüfung nicht mehr ablegen.
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Verfassungsbeschwerde erfolgreich – Einklagen ist weiterhin möglich!

Wie auch Spiegel-Online berichtet, bleiben Studienplatzklagen weiter erlaubt. Damit war die vom AStA FU unterstützte Verfassungsklage gegen die FU Berlin erfolgreich.

„Gehen Sie doch nach Greifswald!“ So einfach können es sich Unis nicht machen, wenn sie einen Bewerber ablehnen: Kläger haben das Recht, die Kapazitäten einer Hochschule überprüfen zu lassen. Das hat der Verfassungsgerichtshof in Berlin entschieden. Spiegel Online 10.12.2008

Im März diesen Jahres wurde auf Antrag der FU Berlin eine Studienplatzklage abgelehnt. Mit der Begründung, den gewünschten Studiengang könne man ebensogut an an mehreren anderen Universitäten studieren, die angeblich vergleichbare Studiengänge zulassungsfrei anbieten.

Die von der FU vertretene Pauschalablehnung ist jedoch illegal, so entschied das Berliner Landesverfassungsgericht nun in einem Urteil mit dem Aktenzeichen VerfGH 81/08, 81 A/08. Die FU, so das Gericht, darf sich nicht „der Verpflichtung entziehen, Studierende bis zur vollen Ausschöpfung ihrer – mit öffentlichen Mitteln geschaffenen – Kapazitäten aufzunehmen“. Pressemitteilung AStA FU vom 05.12.2008

Hier das Urteil des Landesverfassungsgerichtshofes im Original.

Damit ist nun höchstinstanzlich festgestellt, dass ein Einklagen an den Berliner Universitäten weiterhin machbar ist. Das ist durchaus als Sieg gegen die weitere Einschränkung des Zugangs auf Bildung zu werten. Dennoch läßt sich das politische Problem unterfinanzierter Universitäten nicht juristisch lösen, es ist trotzdem weiterhin notwendig politisch gegen immer strengere Zugangsbeschränkungen vorzugehen.

AStA Ringvorlesung: die nächsten Termine

Do, 11.12. | 16.00 Uhr
Hörsaal 2
Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt (Schwulenreferat)

Islamische Staaten geraten durch die Verfolgung Homosexueller immer wieder in den Blickpunkt der westlichen Medien, die solche Vorfälle gern als Zeichen kultureller Rückständigkeit interpretieren. Einige Bundesländer schlugen deshalb vor, Muslime im Einbürgerungsverfahren nach ihrer Einstellung zu Homosexuellen zu befragen. Zeigen sich deklassierte Halbstarke aus Migrantenfamilien aggressiv gegenüber Schwulen, werden reflexhaft religiöse Motive unterstellt. mehr>>

Do, 18.12. | 16.00 Uhr
Hörsaal 2 – Silberlaube
Feministische Wertkritik (Frauen- und LesBiTransInterA-Referat)

Kapitalismus und Geschlechterverhältnis. Neue Überlegungen zu einem alten Thema

In den 1990er Jahren beherrschten dekonstruktivistische und poststrukturalistische Ansätze die feministische Theoriebildung. Konzepte, die auf die Marxsche Theorie rekurrierten, waren hingegen „mega-out“. Mittlerweile gewinnt Marx in der fundamentalen Krise des Kapitalismus wieder an Bedeutung. In dem Vortrag soll ein neues feministisches Konzept vorgestellt werden, das die Grundkategorien der Kritik der politischen Ökonomie zu den modernen Geschlechterverhältnissen in Beziehung setzt. mehr>>

Einklagen – Geld sparen beim Vergleich

Seit Ende November gibt es in vielen Fächern erste positive Nachrichten für alle, die sich im Wintersemester 08/09 auf einen Studienplatz einklagen: die FU bietet einigen Studierenden sogenannte Vergleiche an. Das bedeutet, die FU bietet den KlägerInnen einen Studienplatz, und diese sollen im Gegenzug ihre Klage zurückziehen und die Kosten des Verfahrens tragen.

Aus Freude über den Erfolg ihrer Klage ist nun die Versuchung groß, den Vergleich ohne weiteres anzunehmen und das Wunschstudium zu beginnen. Was viele jedoch nicht wissen: Ein Vergleich ist Verhandlungssache. Das bedeutet, es ist durchaus möglich, einen Vergleich mit besseren Bedingungen auszuhandeln.

Zum Beispiel bei den Kosten: die FU verlangt in der Regel, dass ihre eigenen Anwaltskosten von den KlägerInnen übernommen werden. Das sind in der Regel die Standardgebühr von 489 Euro für das Klageverfahren UND für das Eilverfahren, also insgesamt fast tausend Euro. Hinzu kommen die Gerichtskosten von etwa 300 Euro, die im Vergleichsvorschlag der FU nicht erwähnt werden, aber ebenfalls bezahlt werden müssen.
Leute, denen ein Vergleich angeboten wird, sollten sich daher unbedingt überlegen, ob sie nicht nachverhandeln und verlangen, dass die FU ihre eigenen Anwaltskosten selbst trägt – schließlich hat Sie diese Kosten verursacht.

Auch beim Nebenfach lohnt sich das Verhandeln: Da man sich beim Kombi-Bachelor in Berlin nur in den Kernfächern einklagen kann, beziehen sich sämtliche Klagen und damit sämtliche Vergleiche einzig und allein auf das Kernfach, nicht jedoch auf das Nebenfach bzw. Modulangebot. Da jedoch zur Einschreibung eine vollständige Fachkombination benötigt wird, ist es wichtig auch Zusagen für ein bzw. zwei Modulangebote zu haben. Auch hier ist es daher ratsam, vor dem Unterschreiben des Vergleiches nachzuhaken, denn in den Vergleichsangeboten die dem AStA bisher vorliegen, werden Nebenfächer/Modulangebote nicht einmal erwähnt!
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3. Internationale Filmwochen

cross-roads +++ cross-borders +++ cross-minds – 01. Dez. – 12. Dez. 08

Zwei Wochen lang werden an der FU-Berlin die Vorlesungs-Räume in Kinostudios umgewandelt. Wir hoffen sehr, dass dieses einmalige Erlebnis jedes Jahr an der FU Euren Uni-Stress mildert, Eure Kommunikationsmöglichkeiten miteinander verbessert.

Das Hauptmerkmal der diesjährigen Filmwochen besteht darin, dass diese Veranstaltung eine Kulturbrücke zwischen den deutschen und ausländischen StudentInnen ermöglicht. Einerseits werden die internationalen Studierenden an der FU die deutsche Vergangenheit von der Nähe betrachten, andererseits werden die deutschen Studierenden Lebensumstände/Tradition/ gesellschaftliche Verhältnisse von verschiedenen Weltkulturen kennenlernen. Es soll eine Plattform des interkulturellen Austauschs an der Uni realisiert werden.

Im Repertoire der Filmwochen stehen 20 preisgekrönte Filme, aber auch weniger bekannte 14 Kurzfilme, die als Vorfilm vorgeführt werden. Dies ist als Chance gedacht, allen KünstlerInnen und Filmschaffenden ein Treffen mit dem Publikum zu ermöglichen.

Die vielfältigen Filme aus verschiedenen Kulturen werden hoffentlich unsere Wahrnehmung beeinflussen. Sie regen zum Nachdenken an undhelfen uns, vielfältige Werte zu vermitteln sowie unser Verständnis für andere Kulturen und Lebensstile zu verbessern.

Wir haben uns zum Ziel gemacht, die internationalen Filmwochen an der FU regelmäßig jedes Jahr zu organisieren, so dass sich an der FU Berlin eine Kino-Tradition etabliert. Wir wollen der Vielfalt der FU gerecht werden und unseren Beitrag zu einer Universität mit Vielfalt, Toleranz und gegenseitiger Akzeptanz zu leisten.

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