Archiv für November 2008

AStA Ringvorlesung geht weiter

Eine kurze Erinnerung: am morgigen Donnerstag geht die AStA-Ringvorlesung zu Kritischer Wissenschaft in die zweite Runde, anschließend an die letzte Veranstaltung zur Geschichte der Kämpfe an der FU geht es diesmal um die aktuellen Kämpfe und Probleme mit dem Bachelor/Master System, in der Woche darauf dann wieder einen Themenwechsel zur Geschichte:

Do 27.11.2008 16-18 Uhr
Referat für Hochschulpolitik
Kritische Betrachtung der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen

Do 04.12.2008 16-18 Uhr
Internationalismusreferat
Die “3.Welt” im Zweiten Weltkrieg. Unterrichtsmaterialien zu einem vergessenen Kapitel in der Geschichte.

Mehr erfahrt ihr unter:

http://www.astafu.de/aktuelles/termine/

Der AStA und die OrganisatorInnen freuen sich über rege Beteiligung, kommt vorbei, leitet die Mail weiter, bringt Freunde und FreundInnen mit!

Alle Veranstaltungen finden Statt im Hörsaal 2 der Silberlaube, Habelschwerdter Allee 39-45, 14195 Berlin-Dahlem (U 1 Thielplatz oder Dahlem Dorf)

AStA-Info 10: Feiern und feiern lassen?

Ergänzend zu unserem Unimagazin Out of Dahlem berichten wir im AStA-Info kurzfristig und mit geringem Seitenumfang über aktuelle Entwicklungen an der Freien Universität und darüber hinaus.

asta-info10

Letzte Ausgabe: November 2008

Darin unter anderem folgende Artikel:


    Feiern und feiern lassen? Sicherheitswahn und Politprominenz überschatten Immatrikulationsfeier
    Keine Studiengebühren in Berlin? Die FU wird kreativ

Ausgabe Nr. 10 (5. Nov. 2008, Download als PDF 257 KB)

Einladung zum ersten Treffen des AK(ArbeitsKreis) Datenschutz

strichcode

„Totale Überwachung“ in allen Bereichen – so auch an der Freien Universität: speichern und verketten von personenbezogenen Daten, Videoüberwachung in Instituten, Angabe von Matrikelnummer plus Name bei Klausuren, (Diskussionen über) Chipkarten mit immer mehr Funktionen, Datenerfassung auf der einst öffentlichen Immatrikulationsfeier sowie Werbeanschreiben an ausgewählte Studierende im Auftrag von Unternehmen.

Öffentliche Hochschulen sind als staatliche Stellen dem öffentlichen Bereich des Datenschutzes zuzurechnen. Als Ort der Lehre und der Forschung werden eine große Menge Daten verarbeitet. Dies gilt zum einen für Daten Studierender, für Daten im Rahmen der Forschung, aber auch beispielsweise für die Daten der Beschäftigten.

Themen wie Videoüberwachung von Instituten und zentralen Einrichtungen, Veröffentlichungen im Internet und der Einsatz von Chipkarten als Ausweise sind nur wenige Beispiele, die zeigen, wie aktuell das Thema Datenschutz für die Hochschulen ist. Das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung einer Vielzahl von Personen ist bei einer Einrichtung wie einer Universität betroffen.

Vielfältige Bestimmungen des Datenschutzrechts und in der technischen Umsetzung sind dabei im Interesse der Betroffenen zu beachten.

Datenschutz ist deshalb ein wichtiges Thema an Hochschulen und somit natürlich auch für Studierende. Darum wollen wir uns am Donnerstag den 20.11. um 14 Uhr zum AK Datenschutz treffen um mit euch über Datenschutz in den verschiedenen Bereichen zu sprechen und diskutieren. Zudem wollen wir uns über das weitere Vorgehen und mögliche Aktionen unterhalten. Ganz im Sinne des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar, der meint, dass „das Bewusstsein für den Wert der Privatsphäre zu verbessern“ sei.

Alle Interessierten treffen sich am Donnerstag den 20.11.08 um 14 Uhr in den Räumlichkeiten des AStA FU.

Mit solidarischen Grüßen

AK Dat

http://www.astafu.de/inhalte/themen/datenschutz

Protest: Köhler an der FU

Der größte Hörsaal der Freien Universität (FU) Berlin war nur etwa zu zwei-dritteln gefüllt. Anders als in den letzten Jahren durften diesmal nur Studierende des ersten Semesters an der feierlichen Immatrikulationsveranstaltung (05.11.08) teilnehmen. Zudem mussten alle Gäste eine polizeiliche Datenüberprüfung über sich ergehen lassen. Hintergrund des enormen Sicherheitsaufgebots war der Gastredner – Bundespräsident Köhler.


Foto: Björn Kietzmann

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung kritisierte der lokale Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) die massiven Sicherheitsvorkehrungen rund um die Immatrikulationsfeier. Auch der Universitäts-Datenschutzbeauftragten bereitete der„übertriebene Sicherheitswahn“ Bauchschmerzen. Beim Bundespräsidialamt konnte man die Aufregung nicht verstehen. Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage, dass es sich um eine Standardprozedur handle. Bei jedem Auftritt des Bundespräsidenten werden alle VeranstaltungsteilnehmerInnen, durch das Bundeskriminalamt überprüft.

In den vergangen Jahren hat es an der FU mehrfach Studierendenproteste im Rahmen der Immatrikulationsfeier gegeben. Dieses Mal wollte man wohl nichts dem Zufall überlassen, die Polizei war mit rund 15 Mannschaftswagen vor Ort. Der komplette Henry Ford Bau wurde in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt. Private Sicherheitskräfte standen mit Metalldetektoren am Hörsaaleingang und neben dem Redepult lungerten etwa ein Dutzend Zivilpolizisten.


Foto: Björn Kietzmann

Pünktlich um 10 Uhr betritt Köhler den Saal. Nach einem kurzen Posieren für die Kameras schreitet Uni-Präsident Dieter Lenzen ans Rednerpult. In seinem Redebeitrag geht es um die Geschichte der FU und das humboldtsche Bildungsideal. Lautes Klopfen unterbricht seinen Redefluss. Einige Studierende hatten es geschafft die Polizeiabsperrungen zu umgehen. Sie trugen ein Transparent auf dem sie freie Bildung forderten. Unbekümmert setzt Lenzen seine Rede fort, während hinter der Scheibe regelrechte Jagdszenen ausbrechen.


Foto: Björn Kietzmann

Ein junger Mann wird festgenommen. Der 21-jährige habe ein Plakat vor dem Körper gehalten, welches kein Impressum trug, erklärt die Berliner Polizei. „Gegen ihn wurde eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen Zuwiderhandlung gegen das Pressegesetz sowie eine Strafanzeige wegen des Verdachts des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte gefertigt“. Zu einer weiteren Festnahme sei es bereits bei der Ankunft des Bundespräsidenten gekommen. Ein 23-jähriger Student soll aus circa 20 Meter Entfernung beleidigende Worte in Richtung der Fahrzeugkolonne des Bundespräsidenten gerufen haben. Der Polizeiliche Staatsschutz hat nun die Ermittlungen wegen „Verunglimpfung des Bundespräsidenten“ übernommen. Ein Vergehen das laut dem Strafgesetzbuch mit bis zu 5 Jahren Gefängnis geahndet werden kann.


Foto: Björn Kietzmann

Auch Horst Köhler hält eine Lobrede auf die Freiheit, schließlich hätten die meisten Studierenden Freiheiten, die sie später nie wieder haben werden. Im hinteren Hörsaalbereich wird ein Transparent entrollt: “Studiengebühren? Bachelor/Master? Rettungsfonds für Banken? Machen wir uns nicht zum Horst! Die Krise heißt Kapitalismus!“ Sicherheitskräfte schreiten zu den ProtestlerInnen – zerren zaghaft am Transparent. Doch Köhler pfeift sie zurück: “Lassen sie ruhig!“. Einer der wenigen Momente wo im Rahmen der Veranstaltung Protest geduldet wurde.

Vor dem Gebäude haben sich etwa 70 Menschen versammelt. Sie halten aus Protest eine “Offene Immatrikulationsfeier“ ab. Es kommt zu einer weiteren Festnahme: „Ihnen hab ich doch eben einen Platzverweis erteilt“ – raunzt ein Polizist eine Studentin an. Laut der Berliner Polizei, habe die Studentin den Beamten daraufhin getreten. Eine Anschuldigung die sie und auch andere Anwesende bestreiten. Es kommt zu Gerangel, die junge Studentin wird von zwei Polizisten in einen Polizeitransporter gezerrt. Die umstehenden etwa 15 Personen werden von der Polizei verdächtigt, sich einer versuchten Gefangenenbefreiung schuldig gemacht zu haben. Ermittlungsverfahren gegen unbekannt seien eingeleitet worden.


Foto: Björn Kietzmann

Einige Stunden verbringt die Studentin in Polizeigewahrsam. „Ich wurde in eine Einzelzelle gesperrt. Meine Fingerabdrücke wurde genommen und Fotos wurden angefertigt“, schildert sie das Erlebte. Wie der letzte Dreck sei sie behandelt worden, so habe man sie in der Gefangensammelstelle mit „Püppchen“ angeredet, ein Telefonat sei ihr auch nicht gestattet worden.

Weitere Fotos gibt es im Fickr-Fotostream von Björn Kietzmann.

AStA Rede zur Immatrikulationsfeier 2008: Die Universität kann nur als Teil der Gesellschaft verstanden werden

12. November 2008: bundesweiter Bildungs-Streik

schulstreik

Ab 2010 drohen an den Berliner Universitäten neue Kürzungsrunden in Millionenhöhe, wenn die Finanzierung der Hochschulen in den anstehenden Verhandlungen über den neuen Hochschulhaushaltsvertrag nicht entschieden verbessert wird. Am 12. November werden SchülerInnen und Schüler, Lehrlinge und Studierende deswegen bundesweit für eine freie, selbstbestimmte und öffentlich finanzierte Bildung demonstrieren.

Deswegen:
Raus aus dem Hörsaal und ab zur Bildungsstreik-Demo:

    Dem Berliner Senat Druck machen
    Zusammen kämpfen für eine selbstbestimmte Bildung und kritische Wissenschaft
    Gemeinsam den neoliberalen Umbau des Bildungssystems zurückdrängen

DEMO | 12. 11. | 11 Uhr | ROTES RATHAUS

Es gilt dem Berliner Senat am 12. November deutlich zu vermitteln, dass Kürzungen im Bildungsbereich nicht hingenommen werden.