Der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) versteht sich als bundesweiter studentischer Dachverband. Laut fzs Eigenangaben vertritt dieser “über eine Million Studierende in der Bundesrepublik“ und hat insgesamt rund 90 Mitgliedshochschulen. Eine fzs Mitgliedschaft bleibt ASten (oder Vergleichbare Strukturen) vorbehalten und kostet jährlich 0,55€ pro immatrikuliertem Studierenden. Mitglieder aus Bundesländern ohne Verfasste Studierendenschaften (derzeit Baden-Württemberg und Bayern) sind beitragsbefreit. Mitglieder kleinerer Hochschulen mit unter 2000 Studierenden müssen nur 0,125€ pro immatrikuliertem Studierenden im Jahr bezahlen. Größere Hochschulen haben wegen einer Stimmstaffelung auch mehr Stimmrechte. Bis 10.000 Studierende 2 Stimmen. Bis 30.000 Studierende 3 Stimmen. Ab 30.000 Studierende 4 Stimmen.
Wir haben uns die Auflistung der Mitgliedshochschulen mal etwas genauer angesehen. Die gerade frisch ausgetreten hessischen Hochschulen sowie die ebenfalls ausgetretene TU Chemnitz haben wir hierbei nicht mehr berücksichtigt. Die Angaben über die jeweiligen Studierendenzahlen stammen von den Internetseiten der jeweiligen Hochschulen sowie den Statistischen Landesämtern bzw. dem Statistischen Bundesamt.
Bundesweit:
In Deutschland studieren derzeit 1.974.932 Studierende an 383 Hochschulen. Der fzs hat derzeit 76 Mitglieder. Davon sind 41 beitragsbefreit, weitere 7 Zahlen den Mitgliedsbeitrag für Mini-Hochschulen. An den Mitgliedshochschulen studieren derzeit insgesamt 837.720 Menschen. In vier Bundesländern (Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein) hat der fzs keine Mitglieder. In weiteren 6 Bundesländern (Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Saarland und Sachsen) sind jeweils weniger als 22,8% der Studierenden an Hochschulen mit fzs Mitglieds-ASten immatrikuliert. Besonders großen Rückhalt genießt der fzs vor allem bei den beitragsbefreiten ASten in Baden-Württemberg und Bayern. Finanziert wird der Verband zu einem erheblichen Anteil durch nordrhein-westfälische ASten, diese bezahlen derzeit circa 60% der Gesamt-Mitgliedsbeiträge.
Baden-Württemberg
Mitgliedshochschulen: 20
Studierende in Mitgliedshochschulen 170931 (69,8 % der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 46
Bayern
Mitgliedshochschulen: 21
Studierende in Mitgliedshochschulen 214869 (83,3 % der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 50
Berlin
Mitgliedshochschulen: 1
Studierende in Mitgliedshochschulen 9271 (7,1 % der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 2
Brandenburg
Mitgliedshochschulen: 2
Studierende in Mitgliedshochschulen 20102 (47,5 % der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 5
Bremen
Keine Mitgliedshochschule
Hamburg
Mitgliedshochschulen: 2
Studierende in Mitgliedshochschulen 12335 (17,3 % der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 5
Hessen
Mitgliedshochschulen: 2
Studierende in Mitgliedshochschulen 17752 (10,8 % der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 5
Mecklenburg-Vorpommern
Keine Mitgliedshochschule
Niedersachsen
Mitgliedshochschulen: 5
Studierende in Mitgliedshochschulen 33313 (22,7 % der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 12
Nordrhein-Westfalen
Mitgliedshochschulen: 13
Studierende in Mitgliedshochschulen 269511 (56,5% der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 37
Rheinland-Pfalz
Mitgliedshochschulen: 4
Studierende in Mitgliedshochschulen 54169 (52,8 % der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 11
Saarland
Mitgliedshochschulen: 1
Studierende in Mitgliedshochschulen 150 (0,7 % der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 2
Sachsen
Mitgliedshochschulen: 3
Studierende in Mitgliedshochschulen 5527 (5,2 % der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 6
Sachsen-Anhalt
Keine Mitgliedshochschule
Schleswig-Holstein
Keine Mitgliedshochschule
Thüringen
Mitgliedshochschulen: 3
Studierende in Mitgliedshochschulen 29937 (60,2 % der Studierenden des Landes)
Stimmen laut Stimmstaffelung 5
In Bezug auf Hessen ist die Mitgliederzahl entweder zu niedrig oder zu hoch. Laut Webseite sind noch sechs Hochschulen Mitglieder. Demnächst dürfte es nur noch eine sein (Uni Kassel).
ja, das mag ja alles stimmen – nur was soll es uns sagen?
ausser der tatsache, dass ein kostenfreies verbandsleben (in studierendenvertretungen ohne beitrags- und finanzhoheit, by und bw) attraktiver zu sein scheint?
dass politische verlaufslinien sich an föderalismusgrenzen orientieren?
oder dass das gierige nrw (das ja zum glück einen vollständig homogenen politikansatz vertritt) monolithisch den fzs dominiert und allen anderen bundesländern die luft zum atmen nimmt?
dass das narrennetz oder gar das commonwealth of hochschulen die heimlichen herrscherInnen des verbandes sind – und sich das auch einiges kosten lassen?
…
Hallo Frank,
wie du richtig festgestellt hast sind laut fzs-Homepage derzeit 6 ASten Mitglied im fzs (AStA Universität Gießen, AStA der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt/Main, AStA Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt/Main, AStA Universität Marburg, AStA Universität Kassel und AStA Fachhochschule Darmstadt). Vier von sieben hessischen Mitglieds-ASten haben in den letzten Tagen/Wochen einen fzs-Austritt beschlossen. Die beiden im Verband bleiben Mitglieder sind der AStA der Universität Kassel und der AStA der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt/Main.
Aufgrund des fzs Austritts des AStA der Uni Lüneburg haben wir die Auflistung heute aktualisiert.