Archiv für Juni 2007

Dieter Lenzen Fan-Club

Der Präsident der Freien Universität Berlin, Dieter Lenzen, hat nun seinen eigenen Fanclub. Nach einem Indymedia-Bericht über die Jubel-Demo am 28.06.2007 fordert dieser die Verdrängung des universitären Gremienkommunismus durch wirtschaftliche Effizienz:

Etwa 70 Mitglieder des Lenzen-Fan-Clubs drückten heute auf einem spontanen Jubelspaziergang ihre rückhaltlose Freude über den wirtschaftsfreundlichen Kurs ihres Idols aus. Mit frenetischen Sprechchören („Lenzen, Lenzen unser Idol, besser noch als Helmut Kohl“, „Hoch die internationale Konkurrenz“) feierten sie Lenzens Feldzug gegen die kritischen Reste der Universität.

Neben dem Dieter Lenzen Fanclub in Berlin gibt es in Hessen zum Beispiel den Udo Corts Fanclub:

Er ist Spitzenpolitiker der CDU und entschiedener Verfechter allgemeiner Studiengebühren für alle. Dies finden wir mehr als löblich. Wir stehen voll hinter unserem Udo und betrachten ihn als unseren Held. Seine Vita ist einzigartig und zeugt von seiner Kompetenz. Um unseren Udo, im Folgenden nur noch Gott genannt, zu unterstützen, gründeten wir diesen Fanclub von Gott. Erfahren Sie mehr über die Tourdaten Gottes sowie über seine Person.

Leider wird sich Udo Corts aus der Politik zurückziehen. Dieses Schicksal wird Dieter Lenzen und seinem Fanclub hoffentlich erspart bleiben!

Unternehmen: Universität verkaufen – Demo am 28.06

Jubel-Demo am Donnerstag 28. Juni um 14Uhr im Mensa-Foyer der FU-Silberlaube (U-Dahlem Dorf) gegen das Forum „Unternehmen Universität – Wirtschaft und Wissenschaft im Dialog“.

Demo-Aufruf: „Wir sagen Danke!“

Endlich ist es soweit! Vom 27.-28. Juni 2007 findet das zweite Forum Hochschulmarketing „Unternehmen Universität“ im Clubhaus der Freien Universität Berlin statt. Das ist für uns eine Chance, unseren großen Dank und unsere Verbundenheit mit FU-Präsident Dieter Lenzen auszusprechen. Zum Beispiel für das perfekt funktionierende und besonders preisgünstige (lediglich 2 Mio. für das Basispaket) Campus Management, oder die Einführung privater Weiterbildungsstudiengänge. Unsere gemeinsame Forderung: weg mit dem Jugendkult – lasst auch ältere Menschen studieren- vorrausgesetzt, sie messen Bildung genügend Wert (€) bei!

Das Forum Hochschulmarketing soll möglichst bald eine „gezielte und rasche Entscheidungsvorbereitung für das Präsidium und eine koordinierte dezentrale Umsetzung“ leisten. Die gewählten Gremien mit begrenzter Fachkompetenz werden endlich entlastet und durch speziell eingesetzte Zentren ersetzt. Ein Hoch auf diese top-down Führungsstrategie!

„Die Transaktionsbeziehungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gründet auf einem Dialog, wechselseitigem Verständnis, Kooperationsbereitschaft, wie Kooperationsbefähigung“, so Professor Klaus Siebenhaar im Programmheft des Forums. Dr. Arend Oetker, einer der geladenen Vortragenden, Aufsichtsratsmitglied bei Merck und Degussa (Chemie- und Pharmaunternehmen), KWS-SAAT AG (Gen-Saatgut) und Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, kann fachkompetent beraten und beeinflussen, welche Forschung und Lehre an der momentan noch staatlich finanzierten Universität stattfindet.

„Das ist für beide Seiten ein chancenreicher und gesamtgesellschaftlich relevanter Lernprozess, der neben dem Wissens- und Erfahrungstransfer zentrale Kontexte wie materielle Wertschöpfung, Exzellenzwettbewerb, Ausbildungs- und Arbeitsmarktpolitik einschließt“, so Klaus Siebenhaar weiter. Kompetent und effizient werden allen Lebensbereichen ganz neue Werte (€) beigemessen, die die gesamte Gesellschaft voranbringen!

Pädagogisch untermauert diese Transaktionsbeziehung unser Präsident Lenzen in seiner Studie „Bildung neu denken“ in Kooperation mit der Vereinigung der bayrischen Wirtschaft: „Das Individuum der Zukunft wird selbstverantwortlicher und in Bezug auf sein Leben „unternehmerisch“ tätig sein und sich nicht auf die organisierende Tätigkeit des Staates verlassen“.

Es lebe der Markt! Es lebe die Konkurrenz! Nieder mit der Solidarität!

Offene und demokratische Hochschulen – am OSI nicht erwünscht

Die Initiative “Für Solidarität und freie Bildung“ führt zur Zeit in Berlin ein Hochschul-Volxsbegehren zu studentischen Kernforderungen durch. Das Volxsbegehren “für offene und demokratische Hochschulen“ setzt sich für Viertelparität in universitären Gremien, für den das gebührenfreien Studium und für einen Masterstudienplatz für alle Berliner BA- AbsolventInnen ein. Das Begehren wird unter anderem von der LandesAstenKonferenz sowie dem AStA FU unterstützt.

Auf eine Anfrage im Dekannat des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften wurde es untersagt in den Räumlichkeiten des Fachbereichs Unterschriften für das Volxsbegehren zu sammeln. Als Begründung dient wörtlich:

Da das Dekanat ein Volksbegehren nicht als eine universitäre Angelegenheit ansieht, wurde Ihr Antrag auf Durchführung des Volksbegehrens in den Räumlichkeiten des Fachbereichs abgelehnt.

Der AStA FU verurteilt diese Haltung des Dekanats und unterstützt die OrganisiatorInnen des Begehrens in ihrer Einstellung, sich von solchen unsinnigen Entscheidungen nicht beeinflussen zu lassen. Natürlich wird auch in den Räumen des Fachbereiches Politik- und Sozialwissenschaften in dieser Woche begonnen, Unterschriften zu sammeln.

Protest gegen die Exzellenz-Begehung

Gestern und Heute fanden einige Proteste und Aktionen gegen die Exzellenz-Begehung an der FU statt. Mehr Informationen zu den Aktionen findet ihr in der AStA FU Pressemitteilung vom 18.06.2007: „Exzellenz Begehung gestört! FU Sicherheitsdienst droht Studierenden mit Elektroschocker“. Sowie in den Berichten auf der Homepage des Berliner Bündnis für Freie Bildung: „Proteste gegen Exzellenz gehen in die 2. Runde“ und „Schlapphüte auf Spitzeltour“

Exzellenzbegehung & FU Elite-Konzept

Am Montag (18.06) und Dienstag (19.06) findet an der FU Besichtigungstouren durch eine Exzellenz-GutachterInnen Kommission statt. Am Montag gibts ab 15:30 Uhr ein Protest-Treffpunkt am AStA. Infos gegen Elite Unis findet ihr unter anderem bei der „Initiative gegen Größenwahn“. Eine Zusammenfassung des FU-Elite Konzepts „Internationale Netzwerkuniversität“ gibts hier.