Studierende verhindern Streichung von Lehrauftrag für Morus Markard

Nachdem Studierende der FSI Psychologie an der FU vergangene Woche kurzfristig von der – aufgrund der Unwetterwarnung abgesagten – Tagung der Lehrplankommission erfuhren, auf der wahrscheinlich der Lehrauftrag des Kritischen Psychologen Morus Markard abgeschafft werden sollte, brachten sie ihren Widerstand schnell und empört ins Rollen. Es wurden eine Pressemitteilung über den AStA FU rausgegeben, Flugblätter verteilt, Unterschriften gesammelt und sich inhaltlich intensiv auf die um eine Woche verschobene Kommissionssitzung vorbereitet. Argumente für den Erhalt des Lehrauftrags von M.M. und die Formulierung der studentischen Interessen an Kritischer Psychologie wurden rege auf einem E-Mailverteiler diskutiert.

Zu der Sitzung am 25.01.2007 erschienen dank der erfolgreichen Mobilisierung rund 200 Studierende, so dass die Kommission ihren Raum wechseln musste. Ein studentischer Vertreter legte den anwesenden Kommissionsmitgliedern über 1000 Unterschriften vor und verlas eine Erklärung, die die geplante Streichung als eine Zumutung für das Psychologie-Studium an der FU skandalisierte. Der Wegfall des bedrohten Lehrauftrags erschwert nicht nur einen ordentlichen Studiuumsabschluss für die Diplomstudierenden gemäß des von ihnen gewählten Schwerpunkts Kritische Psychologie und verhindert die in Markards Projekt betriebene kritische Reflexion psychologischer Berufspraxis, die die Studierenden in ihren Praktika erfahren, sondern bedeutet auch die allgemeine Eliminierung Kritischer Lehre in der Hochschullandschaft. Nach einer knapp einstündigen Diskussion mit der Kommission, mussten die Studierenden bis auf den als Kommissionsmitglied gewählten studentischen Vertreter, den Raum verlassen, da die Personalentscheidungen dem Datenschutz unterliegen. Kurze Zeit später wurde das Ergebnis bekannt gegeben: Morus Markard behält seinen Lehrauftrag. Auch wenn sich viele Studierende freuten und aufatmeten, so kann hier doch lediglich von einem Teilerfolg gesprochen werden. Anstatt von Markards Lehrauftrag wurde an anderen Stellen gestrichen. Deswegen gab es unter den Studierenden danach die Diskussion über längerfristige Alternativen zum Abbau von Lehre und Studierendenzahlen, der durch die Einführung des Bachelors bedingt ist. Angedacht wurde die Wiedereinführung autonomer Tutorien, die es schon mal am Fachbereich gab.

Homepagebericht beim Berliner Bündnis für Freie Bildung – gegen Studiengebühren | Artikel im Neuen Deutschland


1 Antwort auf “Studierende verhindern Streichung von Lehrauftrag für Morus Markard”


  1. 1 Denkbaustelle Gesellschaft: Morus Markard – zu Bildung und Bologna Pingback am 07. Februar 2010 um 20:20 Uhr
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