Archiv für November 2006

Ergebnisse des Uni-Aktionsplenum

Im Rahmen des aus der letzten Vollversammlung hervorgegangen uniweiten Aktionsplenums haben sich zunächst 6 verschiedene Arbeitsgruppen gegründet. Zuvor wurde im Plenum verschiedene Mißstände und Widerstandsperspektiven diskutiert. Perspektivisch ist für den Januar eine große uniweite FU Vollversammlung in Planung, zu dessen Beginn der Protestfilm „kick it like Frankreich“ gezeigt werden soll. Das nächste Aktionsplenum findet in ca. 2 Wochen statt (genauer Termin und Ort in kürze). Hier die Termine, an denen sich die Arbeitsgruppen treffen:

AG Vollversammlungs-Orga
05.12. – 21 Uhr Clash (Gneisenaustr. 2a, Kreuzberg)

AG Aktionsentwicklung gegen Studiengebühren
06.12. – 18 Uhr (Manteufelstr. 98, Kreuzberg)

Gemeinschafts-AG „Listenklau“, ABV und Gegen den Strom-Schwimmen
13.12. – 18 Uhr AStA FU (Otto-von-Simsonstr.23, Dahlem)

Willkommen in der Wirklichkeit, Herr Zöllner!

Jürgen Zöllner wird neuer Schul-, Wissenschafts- und Jugendsenator und damit für die Hochschulpolitik in Berlin zuständig. Die tageszeitung fragte nach: Was fordern die Betroffenen?

Größere Unis

Björn Kietzmann ist hochschulpolitischer Referent des AStA der Freien Universität:

Wir teilen die Euphorie über den neuen Wissenschaftssenator nicht. Wenn Herr Zöllner tatsächlich so viele Visionen hat, wie er sagt, muss man ihn in die Schranken weisen. Der Senator muss sich vor allem darum kümmern, neue Studienplätze zu schaffen.

Der Hochschulpolitik, die Herr Zöllner in Rheinland-Pfalz gemacht hat, stehen wir skeptisch gegenüber. Sein Studienkontenmodell lehnen wir ab, weil es eine Form der Langzeit-Studiengebühr darstellt. Studierende, die kurz vor dem Abschluss stehen oder viel arbeiten müssen, werden dadurch benachteiligt. Auch die Hochschulfinanzierung nach Leistungskriterien zu finanzieren, halten wir für falsch. Eine solche Ellbogenmentalität wollen wir nicht.

Ein Finanzausgleich unter den Hochschulen, wie ihn der neue Senator vorschlägt, könnte allerdings ein Mittel gegen die zunehmende Kleinstaaterei in der Universitätslandschaft sein.

Wir glauben nicht, dass Jürgen Zöllner gelingen wird, woran Thomas Flierl gescheitert ist. Studiengebühren, egal in welcher Form, sind in Berlin nicht durchsetzbar.

Stud.Kal wieder eingetroffen

Stud.Kal AStA FU Berlin

Der zwischenzeitlich vergriffene AStA Kalender (Stud.Kal) ist wieder erhältlich. Mit dem Kalendarium für das ganze Semester und nützlichen Informationen rund um das Studium. Kostenlos im AStA oder in den meisten studentischen Cafés an der FU Berlin.

Ausscheiden der FU aus dem Elite-Wettbewerb

Die AStA-Presseerklärung vom 13. Oktober 2006 „AStA feiert Ausscheiden beim Elite Wettbewerb“ wurde in der Berichterstattung über den „Elite-Wettbewerb“ als wichtige Gegenstimme aufgenommen. Hier einige Beispiele der darauf folgenden Presseberichterstattung:

Telepolis

Unter diesen Umständen ist es vielleicht zwingend notwendig, dass der AStA der Freien Universität Berlin die Nicht-Nominierung der FU „mit Freude und Erleichterung“ zur Kenntnis nimmt und derzeit das Ausscheiden aus dem Elite-Wettbewerb „feiert“. Andernorts knallen schließlich auch die Sektkorken, und wenn die Chancengleichheit im deutschen Bildungswesen schon in keinem anderen Bereich mehr hergestellt werden kann, dann sollten die Studierenden hier die letzte Möglichkeit nutzen.

Frankfurter Rundschau

Dieser Tage haben die Studenten der ehrwürdigen Freien Universität Berlin kräftig gefeiert. In Bonn hatten gerade die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat bekannt gegeben, welche Hochschulen sich künftig Elite-Universitäten nennen dürfen. Die FU zählte nicht zu den Auserwählten. Der Allgemeine Studierendenausschuss der Freien Universität im Stadtteil Dahlem zeigte sich über diese Nachricht hocherfreut. In einer eilig verfassten Pressemitteilung schrieben die Studentenvertreter: „Der Asta der FU lehnt den Elitewettbewerb zwischen den Hochschulen aufgrund des dahinter stehenden elitären Gesellschaftsverständnisses und der zu fürchtenden Folgen für Studierende und Wissenschaft generell ab.“

Berliner Morgenpost
Die Welt

Heiß diskutiert wird unter den Studenten der Exzellenz-Wettbewerb. „Wir sind eher erleichtert, dass es mit der Elite-Uni bei der FU vorerst nicht geklappt hat“, sagt die Studentin. Durch die Schwerpunktsetzung, so fürchten die Studenten, könne es in anderen Fachbereichen zu Kürzungen kommen. Außerdem wollen die Studenten auf der ersten Vollversammlung am 7. November über das Thema Studiengebühren debattieren. „Wir glauben, dass der Senat die Studienkonten schon bald wieder auf die Tagesordnung setzen wird“, sagt die Sprecherin. Deshalb solle schon mal über mögliche Proteste beraten werden.

Junge Welt

Manchmal ist selbst Verlierern zum Feiern zumute. Nachdem am späten Freitag nachmittag die Entscheidung in der ersten Antragsrunde um Fördergelder zum »Ausbau universitärer Spitzenforschung« gefallen war, knallten beim Allgemeinen Studierendenausschuß (AStA) der Freien Universität (FU) Berlin die Sektkorken. Man nehme das »Ausscheiden der FU im Rahmen der Exzellenzinitiative mit Freude und Erleichterung zur Kenntnis«, hieß es in einem Pressestatement. Anders als die Humboldt- (HU) und die Technische Universität (TU) Berlin ist die FU beim Wettstreit um den Status einer »Eliteuniversität«, sprich um staatliche Fördermillionen, leer ausgegangen

die tageszeitung

Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der FU nahm die Entscheidung mit „Freude und Erleichterung zur Kenntnis“. Elsa Koester, hochschulpolitische Referentin des Asta, sagte: „Das Wissenschaftsverständnis von FU-Präsident Dieter Lenzen basiert auf wirtschaftlicher Verwertungslogik. Das ist nicht nur sozial, sondern auch wissenschaftlich und gesellschaftlich gefährlich und inakzeptabel. Es ist gut, dass Lenzen mit diesem Konzept erfolglos geblieben ist.“

Telepolis

Studierendenverteter der Freien Universität Berlin haben das Ausscheiden ihrer Hochschule aus dem Elite-Wettbewerb gefeiert. Gibt es hier Widerstand?
Michael Hartmann: Bei den Studierendenprotesten der letzten Monate stand natürlich der Kampf gegen die Studiengebühren im Vordergrund und nicht das Thema Eliteuniversität. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen sowie Studiengebühren und der Aufspaltung der Hochschullandschaft in Elite und den großen Rest mehr als deutlich. Das wurde von Teilen der Studierenden auch thematisiert.