Archiv für Juni 2006

Bus zur Demo in HH

Am 28.06 findet ein bundesweiter Aktionstag für Freie Bildung statt. In Wiesbaden und Hamburg sind Großdemos geplant.
norddemo
Der AStA FU organisiert zusammen mit Studierenden aus Potsdam und der GEW einen Bus zur Demo in Hamburg. Die Hamburger Bürgerschaft plant am 28.06 auch die zweite und letzte Lesung des Hamburger Studiengebührengesetztes durchzuführen. MitfahrerInnen werden um einen Beitrag in Höhe von 5 Euro gebeten.

Der Bus ist zu 2/3 voll – wer noch mit will sollte sich also möglichst bald bei der Bus Orga Gruppe melden

Anmeldungen & Fragen bitte an: demobus(at)gmx.de
Infos zur Demo: www.norddemo.de

Berliner Bündnis für freie Bildung – gegen Studiengebühren gegründet

Gestern hat sich an der Humbold Universität das „Berliner Bündnis für freie Bildung – gegen Studiengebühren“ gegründet. Bereits am 01. Juni trafen sich über 80 Menschen bei der GEW um über eine mögliches Bündnis zu diskutieren, diese Gespräche wurden nun konkretisiert.

Wir sind ein offenes Bündnis aus Einzelpersonen und verschieden politischen Gruppen, welches sich als Plattform versteht. Im Rahmen einer geplanten Kampagne wird es unter anderem gemeinsame Aktionen geben. Diese sollen unsere Forderungen nach freier Bildung für alle Ausdruck verleihen und richtet sich gegen den wettbewerbsorientierten Umbau im Bildungssystem, gegen Gebühren im Bildungsbereich jeglicher Art und die damit verbundenen Disziplinierungszwänge.

Das nächste Treffen findet am Freitag den 30.06 ab 18 Uhr in der Offenen Uni statt.

Exzellente Lehre in autonomen Seminaren

Das autonome Seminar „Eliterekrutierung im Hochschulsystem“ praktiziert „exzellente“ Lehre am OSI:

Liebe Leute,

derzeit läuft wieder die Vorschlagsfrist für den Lorbären aus, vergeben vom OSI-Club, zu dem an dieser Stelle nicht mehr viel gesagt werden muss. Lorbär, das ist ein Preis für „exzellente“ Lehre am OSI.

Und weil wir in unserem autonomen Seminar „Eliterekrutierung im Hochschulsystem“ „exzellente Lehre“ praktizieren, wollen wir vorgeschlagen werden. „Exzellente“ Lehre das ist für uns:

    selbstbestimmtes und gemeinsames Lernen in möglichst hierarchiefreien Räumen
    der Bruch klassischer Lehr-Lern-Situationen durch selbst entwickelte Didaktiken
    selbstbestimmte Inhalte und Strukturen
    Seminargestaltung nach demokratischen Prinzipien
    kritische und reflexive Auseinandersetzung mit expliziten und impliziten Machtstrukturen in Theorie und Praxis (Wie reproduzieren wir selbst Herrschafts-, Ausgrenzungs-, Geschlechter-, Sozialexklusions- und andere Verhältnisse, etc.)
    Verknüpfung von sozialwissenschaftlicher Theorie mit erfahrbarer Lebenswelt
    Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung

Dieses Seminar lebt davon, dass nicht Dozierende, sondern das Seminar selbst die Sitzungen gestaltet und bewegt. Das klappt. Und es sollte mehr solcher Seminare geben.

Weil es immer – auch ein politischer – Kampf ist, solche Seminare am Institut durchsetzen zu können, weil Sie nur geduldet sind, weil es keinerlei Anerkennung, noch irgendwas gibt, wird es Zeit, auf diese selbstbestimmte Methode des Studierens hinzuweisen.

Wir wollen – das hat das Seminar beschlossen – uns dazu prämieren lassen. Richtig. Vom OSI-Club. Von der höchsten Stelle jener, die unser Institut in die Exzellenz-Liga führen wollen, die Elite fördern. Wir wollen Paradoxien entwickeln und uns wohlbeschwipst, äh, wohlbeschlipst einen Preis aushändigen lassen, den wir ins Rote Cafe hängen können. Wir wollen, dass die vermeintliche Exzellenz uns auszeichnet: UNS ALLE. Studierende, die Bock haben.

Das ist ein Politikum. Also unterstützt uns. Gebt im Hausbriefkasten der Ihne 22 die Postkärtchen, die ausliegen, oder handschriftliche Notizen ab, schreibt Mails an den OSI-Club. Und zwar möglichst schnell. Darauf sollte das Seminar vermerkt sein („PS 15128 – Eliterekrutierung im Hochschulsystem“, und unter Dozierende entweder „Krikser“, „stud. Vorbereitungsgruppe“, „WIR ALLE“ oder irgendwas; TeilnehmerInnen etwa 40-60). (Gelockt wird mit der Aussicht einen Büchergutschein im Wert von 50 Tacken zu gewinnen).

15 128
- PS – Elitenrekrutierung im Hochschulsystem (2 SWS); Di 12.00-14.00 – Ihnestr. 21, 21/B (Hörsaal) (18.4.) Oskar Niedermayer,
Thomas Krikser,
stud. Vorbereitungsgruppe

Das ist freilich nur ein erster Schritt, um die Debatte zu eröffnen -
Zur Preisverleihung, auf dem Institutstag, überall und immer:

Studentische Seminare ins KVV. Jedes Jahr von Neuem!

Die Debatte ist eröffnet.

„Druck auf Schulabgänger steigt“

In der taz vom 02.06.2006 gibt der ehemalige Referent des Hochschulreferates des AStA FU Berlin, David Hachfeld, ein ausführliches Interview:

Der Uni-Sparkurs ist falsch, sagt David Hachfeld, Student und Mitglied des Akademischen Senats der FU. Die Chancen, einen Studienplatz zu bekommen, seien jetzt schon niedrig

Studienplatzabbau und eine drohende Einführung von Studiengebühren schränken das Menschenrecht auf Bildung erheblich ein.

Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass an den Hochschulen eine Elitenbildung stattfindet. Ich setze darauf, dass es in dieser Gesellschaft eine Reihe von Menschen gibt, die sich gegen diese Form der Verengung und Verknappung von Bildung wehren. Auf diese Leute wird es ankommen.


zum taz-Artikel

Zugang zum Master

In einer gemeinsamen Presseerklärung distanzieren sich die Allgemeinen Studierendenausschüsse der Freien Universität Berlin (AStA FU), der Technischen Universität Berlin (AStA TU) und des ReferentInnenrats der Humboldt-Universität Berlin (HU RefRat) von der Stellungsnahme des Sprechers der FHTW, Björn Stecher, die im Namen der Landesastenkonferenz bei der heutigen Anhörung im Berliner Abgeordnetenhaus abgegeben wurde.

Die Position Björn Stechers wurde mit der Landesastenkonferenz nicht abgesprochen und widerspricht der Auffassung der 3 ASten grundlegend.

Die Asten der TU und FU, sowie der RefRat der HU vertreten den Standpunkt, dass der Übergang vom Bachelor in den Master jeder Studierenden und jedem Studierenden offen stehen muss und es die Aufgabe der Politik ist, dies durch ausreichende Mittel und sicher zu stellen.

Im Gegensatz stehen die Aussagen des FHTW Sprechers:

Der Zugang zum Master müsse dringend an Qualitätskriterien gebunden werden, um den Studierenden einen erfolgreichen Berufsstart zu ermöglichen. Die Studierenden einfach zum Master „durchzuschleusen“, würde auch den Bachelor zu einem bloßen Durchgang zum Master degradieren, sagte Stecher

Die Redaktion des Tagesspiegels greift diese Aussage dankbar auf und freut sich über die vermeintliche studentische Zustimmung zur Position der Hochschulleitungen.

Hatte sich die Koalition von den Studierenden Unterstützung erhofft, wurde sie in der Anhörung enttäuscht. Für die Landesastenkonferenz stellte sich Björn Stecher, Student an der Fachhochschule für Wirtschaft (FHTW), hinter die Hochschulleitungen.

Dem Hinweis des FU AStA folgend, dass es sich hierbei NICHT um die Meinung der Landesastenkonferenz handelt, wurde später eingefügt – trotzdem wird im ersten Absatz weiterhin der Eindruck erweckt, es handele sich um die Position der Landesastenkonferenz.

David Hachfeld vom FU-Asta sagte nach der Sitzung, Stechers Äußerung entspreche nicht der Meinung der Landes-Asten.

Die ausführliche Position der 3 großen ASten kann auf der Homepage des AStA FU nachgelesen werden.